US-Präsident Donald Trump heizt den Handelsstreit mit Kanada wieder an. Einige Aluminium-Importe aus Kanada werden erneut mit zehnprozentigen Sonderzöllen belegt, wie der Republikaner am Donnerstag im US-Bundesstaat Ohio sagte. Er habe ein entsprechendes Dekret zum Schutz der amerikanischen Wirtschaft unterzeichnet.

Trump warf Kanada bei seiner Rede vor Angestellten des Waschmaschinen-Herstellers Whirlpool vor, den US-Markt mit Billigprodukten zu fluten und Arbeitsplätze in den USA zu vernichten. "Die kanadischen Aluminium-Hersteller haben ihr Versprechen gebrochen." Die Zusage sei aber die Grundlage gewesen, die vorherigen Sonderzölle 2019 aufzuheben.

"Kanada hat uns wie immer ausgenutzt", sagte Trump bei dem Auftritt im Bundesstaat Ohio. Unter dem Vorwand der nationalen Sicherheit überzog Trump 2018 die ganze Welt mit Sonderzöllen auf Stahl und Aluminium. Jene auf kanadische Einfuhren waren jedoch im Mai 2019 wieder aufgehoben worden - unter der Bedingung, dass die Importe künftig nicht stark zunehmen dürften.

Die Regierung in Ottawa reagierte prompt und kündigte Vergeltungsmaßnahmen in ähnlichem Umfang an. Das US-Vorgehen sei unbegründet und inakzeptabel. Im Jahr 2018, als Trump den Handelsstreit mit Stahl- und Aluminium-Zöllen gegen die Nachbarn Kanada und Mexiko vom Zaun brach, reagierte Kanada mit Sonderabgaben auf US-Produkte wie Ketchup und Bourbon.

Auch in den USA ist das Vorgehen von Trump umstritten. Die US-Handelskammer sprach von einem Schritt in die falsche Richtung. Die Zollspirale werde am Ende zu höheren Kosten für US-Unternehmen führen. Auch Konsumenten werden dies zu spüren bekommen.

Trump wirft auch China und der EU unfaire Handelspraktiken zulasten der USA vor. Vor der Präsidentenwahl im November könnte er den Zollstreit wieder aufleben lassen, befürchten Beobachter. (apa/reuters/afp/dpa)