Die deutsche Gewerkschaft Verdi will für 1.500 Wirecard-Beschäftigte in Aschheim bei München bis Oktober einen Betriebsrat auf die Beine stellen, der ihre Interessen im Insolvenzprozess vertritt. Gewerkschaftssekretär Kevin Voss sagte am Mittwoch: "Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen im Paket verkauft wird."

Es gebe Bieter, die den Zahlungsdienstleister samt der Töchter übernehmen wollen. Bei Kündigungen und Sozialplänen im Fall von Betriebsschließungen könne der Betriebsrat dann mitbestimmen.

Am Donnerstag werden Wahlvorstände bestimmt

Wirecard ist in einen milliardenschweren Betrugsskandal verwickelt und hat Insolvenz angemeldet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffe arbeitet an einem Gutachten, welche Wirecard-Firmen fortgeführt werden können. Am Donnerstag sollen die Beschäftigten zweier Software-Töchter und der Wirecard-Bank in der Konzernzentrale in Aschheim Wahlvorstände bestimmen, die in den kommenden Wochen die Wahlen von Betriebsräten einläuten. Weltweit hat der Konzern rund 5800 Mitarbeiter. (apa, dpa)