Die Europäische Union will sich den potenziellen Corona-Impfstoff des Tübinger Biotechunternehmens CureVac sichern. Die Europäische Kommission schloss am Donnerstag Sondierungsgespräche mit CureVac ab. Dabei gehe es um den Kauf von zunächst 225 Millionen Impfstoffdosen, teilte die Kommission mit. Laut CureVac sieht der geplante Vertrag zudem eine Option auf den Kauf von weiteren 180 Millionen Dosen vor.

Der Vertrag würde es allen EU-Mitgliedstaaten erlauben, den Impfstoff zu kaufen sowie diesen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu spenden oder in andere europäische Länder zu senden. Die Kommission führe zudem intensive Gespräche mit anderen Impfstoffherstellern.

Trump wollte
CureVac kaufen

Auch die USA haben schon im Frühjahr enormes Interesse an der Firma und einen möglichen Impfstoff bekundet. US-Präsident Donald Trumpf soll dem Eigentümer sogar eine Milliarde Dollar für die Exklusivrechte geboten haben, was zu politischen Verstimmungen zwischen Deutschland und den USA geführt hat. CureVac ist eines von weltweit vielen Unternehmen die derzeit auf Hochtouren an einem Impfstoff gegen das Corona-Virus arbeiten. Das deutsche Biotech-Unternehmen sucht seit Jänner nach einem Impfstoff auf Basis der Boten-DNA und hat schon erste Erfolge vermeldet. Wann ein Impfstoff flächendeckend eingesetzt werden kann, ist aber noch unklar.

Beim Pharmakonzern AstraZeneca hat sich die EU bereits den Kauf von 300 Millionen Impfstoffdosen gesichert, mit der Option zum Kauf von 100 Millionen weiteren Dosen. Mit Sanofi und GlaxoSmithKline sowie dem US-Arzneimittelhersteller Johnson & Johnson hat die Kommission bereits Sondierungsgespräche geführt. (Reuters)