Oberndorf. Der deutsche Waffenhersteller Heckler & Koch macht deutlich profitablere Geschäfte als zuvor. Bei einem Umsatz von 139,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr sei der Gewinn bei 7,6 Millionen Euro gelegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Oberndorf mit. Im Vorjahreszeitraum war es nur ein Mini-Gewinn von 0,4 Millionen Euro (Umsatz damals: 126,7 Millionen Euro). In den Jahren 2017 und 2018 war die Firma tief in den roten Zahlen gewesen.

Vorstandschef Jens Bodo Koch begründete die positive wirtschaftliche Entwicklung mit verbesserten Produktionsabläufen dank neuer Maschinen und höheren Erlösen aus Ersatzteil- und Service-Geschäften. Zudem berichtete er von guten Geschäften in den USA, wo zum Beispiel der US-Armee 6.000 Präzisionsgewehre verkauft werden konnten. Wichtig ist zudem eine 250 Mio. Euro schwere Ausschreibung des Bundes, mit der neue Sturmgewehre für die deutsche Bundeswehr beschafft werden - hier könnte es in diesem Herbst eine Entscheidung geben.

Fehlinvestitionen in den vergangenen Jahren

Problematisch bleibt aber der hohe Schuldenberg von 237 Millionen Euro (Stand 31.12.2019). Die Schulden sind das Ergebnis von missratenen Investitionen in andere Branchen vor mehr als zehn Jahren.

Für diesen Donnerstag (10.00 Uhr) hat H&K zu einer Online-Hauptversammlung geladen. Nach Ablauf des Treffens scheidet der 78-jährige pensionierte General Harald Kujat planmäßig aus seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der Waffenschmiede. Das Amt hatte er erst vor einem Jahr übernommen. Grund hierfür ist ein Machtkampf zwischen zwei Großaktionären, bei dem Kujat gewissermaßen auf der Verliererseite stand und daher seinen Hut nahm. H&K hat rund 1.000 Mitarbeiter, die Zentrale ist in Oberndorf südwestlich von Stuttgart. (apa, dpa)