Wegen der Coronavirus-Pandemie wird der Konsum in Italien bis Ende 2020 um 10,9 Prozent schrumpfen. Dies entspricht einem Verlust von 116 Mrd. Euro - 1.900 Euro pro Kopf, geht aus Angaben des Handelsverbands Confcommercio hervor.

Benachteiligt sei vor allem Norditalien mit einem Konsumrückgang von 11,7 Prozent. Die acht norditalienischen Regionen machten vor Beginn der Coronavirus-Epidemie 52 Prozent des gesamten Konsums in Italien aus. Besonders betroffen sei Trentino Südtirol mit einem Konsumrückgang von 16 Prozent, ergab die am Montag veröffentlichte Studie. In der Lombardei, dem Wirtschaftsmotor Italiens, soll der Konsumrückgang bis Jahresende 22,6 Mrd. Euro betragen. Süditalien müsse mit einem Konsumrückgang von 8,5 Prozent rechnen.

Konsum auf Niveau von 1995

Wegen des Coronavirus sei der Konsum in Italien auf ein Niveau wie Mitte der 1990-er Jahre zurückgefallen. Fünf Jahre lang werde Italien benötigen, um zu einem Konsumniveau wie im Jahr 2019 zurückzukehren, hieß es. Der Konsumrückgang sei unter anderem auf die Probleme der Freizeitindustrie, der Gastronomie und des Tourismus zurückzuführen.

Italien erlebe eine schlimmere Krise als jene nach dem Jahr 2008, als der Konsum um 80 Mrd. Euro zurückgegangen war und jeder Italiener seine Ausgaben um 1.330 Euro pro Kopf verringert hatte, kommentierte der Konsumentenschutzverband Codacons. Er rief die italienische Regierung auf, Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft der Italiener zu ergreifen. Der Konsumrückgang wirke sich negativ auf Handel, Industrie und Beschäftigung aus. (apa)