Südafrikas Wirtschaft ist angesichts der Coronapandemie im zweiten Quartal massiv eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Vergleich zum Vorquartal um mehr als 16 Prozent, wie die Statistikbehörde Stats SA am Dienstag mitteilte.

Für das gesamte Jahr 2020 wird Schätzungen zufolge erwartet, dass das BIP um mindestens sieben Prozent schrumpfen wird.

Die - nach Nigeria - zweitgrößte Volkswirtschaft Afrikas erlebt zurzeit verheerende Auswirkungen der Coronabeschränkungen auf die Wirtschaft, die sich schon vor der Viruskrise in der Rezession befand. Millionen Menschen kämpfen dort ums Überleben, die Armut ist in wenigen Wochen dramatisch angewachsen. Dem Staat dürften heuer 300 Milliarden Rand (rund 15 Milliarden Euro) an Steuereinkommen fehlen.

Steuererhöhungen und Leistungskürzungen

Finanzminister Tito Mboweni hatte das Land bereits auf Steuererhöhungen und drastische Ausgabenkürzungen vorbereitet. Er erwartet bis zum Ende des Finanzjahres ein Anwachsen der Schuldenlast auf knapp 82 Prozent des BIP. Südafrika mit seiner hohen Arbeitslosigkeit und enormen sozialen Ungleichheit kämpft seit Jahren mit strukturellen wirtschaftlichen Problemen und einer unzuverlässigen Stromversorgung, die weiter anhält. Problematisch ist auch die starke Fokussierung auf den Rohstoffsektor - gerade bremst die Coronakrise auch die Gold- und Platinproduktion aus. (apa, dpa, reuters)