In der Fabrik des amerikanischen E-Auto-Pioniers Tesla in Brandenburg könnten nach Einschätzung der Landesregierung deutlich mehr Arbeitsplätze entstehen als bislang beziffert. "Perspektivisch könnte die Tesla-Fabrik in Grünheide – je nach Markthochlauf – bis zu 40.000 Mitarbeiter haben", sagte der brandenburgische Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe) laut Vorabbericht. Derzeit sehen die Pläne des Autoherstellers vor, dass dort rund 12.000 Mitarbeiter bis zu 500.000 Elektroautos im Jahr produzieren sollen.

"Klar ist: Wir werden den Fachkräftebedarf nicht allein aus Brandenburg decken können", sagte Steinbach. Sein Bundesland könnte dabei auch vom Stellenabbau der Autoindustrie in anderen Bundesländern profitieren. "Es gibt jetzt die einmalige Chance, dass diese Menschen nicht in der Arbeitslosigkeit landen, sondern in einem Wachstumsmarkt weiterarbeiten können." In einem Gespräch mit Tesla-Chef Elon Musk vergangene Woche habe er noch einmal an die deutsche Mitbestimmung und Tarifverträge erinnert. "Das ist sicherlich nicht euphorisch aufgenommen worden. Aber wir erwarten, dass Tesla am Ende tariforientiert zahlen wird."

Elon Musk: "Coole Autos" herstellen

Tesla-Chef Elon Musk besuchte die Baustelle Anfang September. "Wir wollen (...) einen großartigen Platz zum Arbeiten schaffen", sagte Musk am Donnerstag. Er betonte das rasante Tempo des Baus auf dem Gelände nahe der Autobahn A 10. "Sie sehen, wie schnell der Fortschritt ist." Das sei möglich wegen des Einsatzes von Fertigbau in hoher Qualität.

Die Tesla-Fabrik soll zum Jobmotor in Brandenburg werden. - © APAweb, afp, Odd Andersen
Die Tesla-Fabrik soll zum Jobmotor in Brandenburg werden. - © APAweb, afp, Odd Andersen

Er wolle dort "coole Autos" herstellen lassen. Die Fabrik werde "die bedeutendste Autofabrik der Welt sein". Musk machte auch Späße im Gespräch mit Journalisten. So bezog er sich auf einen Beitrag bei Twitter vom März, als er einen Ort zum Abtanzen unter der Fabrik ins Spiel brachte. "Wann haben wir hier die Rave-Höhle? Das wird großartig", sagte Musk. Zu Beginn sagte er schmunzelnd: "Deutschland rocks."

Ab Sommer 2021 sollen in Grünheide rund 500.000 E-Autos im Jahr vom Band rollen. Die komplette umweltrechtliche Genehmigung durch Brandenburg steht noch aus, Tesla baut über vorläufige Genehmigungen auf eigenes Risiko. (apa, reuters)