Die Österreich-Tochter des insolventen deutschen Zahlungsabwicklers Wirecard dürfte in Kürze verkauft werden. Insolvenzverwalterin Ulla Reisch hat vier Angebote für die in Graz ansässige Wirecard Central Eastern Europe GmbH vorliegen. "Der Verkaufsprozess wird sich aufgrund der vorliegenden Anbote noch in diese Woche ziehen", teilte sie der APA am Montag auf Anfrage mit.

Das wesentliche Asset der Österreich-Tochter von Wirecard ist die Payment-Plattform, über die Kundenzahlungen abgewickelt werden. Daneben sollen auch die Büroausstattungen der drei Standorte in Österreich verkauft werden. In der Firma mit Sitz in Graz sind 22 Mitarbeiter verblieben, die vom Käufer übernommen werden dürften.

Ermittlung wegen gewerbsmäßigem Bandenbetrug

Neben der österreichischen Gesellschaft stoßen auch die Wirecard-Töchter in Rumänien, Indonesien und Vietnam auf reges Kaufinteresse, wie Insolvenzverwalter Michael Jaffe vorige Woche mitgeteilt hatte.

Der milliardenschwere Bilanzskandal bei Wirecard beschäftigt mittlerweile in mehreren Ländern die Justiz und auch die Politik. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt werden gewerbsmäßigen Bandenbetrugs, im Deutschen Bundestag soll sich ein Untersuchungsausschuss mit der Frage beschäftigen, warum der Milliardenbetrug nicht bemerkt wurde. (apa)