Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich für eine Verringerung der Berichtslasten von Banken ausgesprochen. Bei der Statistik, der aufsichtsrechtlichen und der auf Abwicklungsfragen bezogenen Mitteilungspflichten seien Erleichterungen möglich, ohne das unerlässliche Informationen für Aufseher und die Geldpolitik verloren gingen, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit. Zudem könne die Datenqualität bei der Abfrage der Institute verbessert werden.

Die Kosten der Geldhäuser würden dadurch geringer und Bankenaufseher könnten Entwicklungen in der Branche besser verfolgen. Die EU-Bankenbehörde EBA ist beauftragt worden, zu dieser Frage eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Dazu steuern die EZB und die nationalen Notenbanken der Euro-Länder nun ihre Empfehlungen bei.

Zur Verringerung der Berichtspflichten für die Institute könnten laut EZB unter anderem vereinheitlichte Datenmodelle und Formulare für Banken sowie intelligentere Verfahren beitragen. Die EZB nannte aber auch einen besseren Datenaustausch zwischen den Behörden und mehr Kooperation zwischen den europäischen Stellen und auch der Bankenbranche als Ansatzpunkte. Nach Einschätzung der EZB braucht es dazu aber einen langen Atem. "Der Prozess verlangt vom ersten Moment an einen ambitionierten und starken Vorstoß hin zu einer vollständigen Integration, begleitet von einem Stufenplan und einem Zeitplan, der sich unvermeidlich über viele Jahre erstreckt", heißt es in dem Bericht.

Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Aufsicht über die großen Banken im Euro-Raum zuständig. Aktuell überwacht sie 115 Institute, darunter in Deutschland die Deutsche Bank , die Commerzbank und die DZ Bank. (Reuters)