In Italien ist die Stimmung von Managern und Verbrauchern so gut wie seit dem Ausbruch der Coronapandemie im Februar nicht mehr. Das Barometer für das Geschäftsklima der gesamten Wirtschaft von der Industrie bis zu den Dienstleistern stieg im September auf 91,1 Punkte von 81,4 Zählern im Vormonat und damit das vierte Mal in Folge, wie das Statistikamt Istat am Freitag mitteilte.

Allein in der Industrie ging es um fünf Punkte auf 92,1 Zähler nach oben - und damit deutlich stärker als von Ökonomen erwartet. Das Barometer für das Konsumklima kletterte ebenfalls kräftiger als angenommen um 2,4 auf 103,4 Punkte.

Italien ist mit über 35.500 Toten besonders schwer vom Corona-Ausbruch betroffen und erwartet wegen der strikten Einschränkungen im Kampf gegen die Viruspandemie 2020 eine schwere Rezession. Die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone schrumpfte allein im Frühjahrsquartal um 12,8 Prozent und damit in Rekordtempo.

Die Regierung in Rom setzt darauf, dass das laufende dritte Quartal starkes Wachstum bringt. Offiziell liegt die Prognose für das Gesamtjahr 2020 noch bei einem Einbruch der Wirtschaftsleistung von acht Prozent. Reuters hatte aber jüngst aus Regierungskreisen erfahren, dass die Prognose noch in diesem Monat auf rund minus neun Prozent gesenkt werden dürfte. (apa/reuters)