Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im September erneut gesunken. Sie fielen binnen Jahresfrist um 0,3 Prozent, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Getrieben wurde der Preisverfall vor allem durch Energie. Im August waren die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent gesunken. Es war das erste Mal seit 2016, dass die Inflation ins Minus rutschte.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) dürften damit die Sorgen zunehmen. Sie geht für heuer lediglich von einer Inflationsrate von plus 0,3 Prozent aus. Die Währungshüter streben knapp unter 2 Prozent Teuerung als Optimalwert für die Wirtschaft an. Diese Marke wird aber bereits seit Jahren verfehlt.

Energie verbilligte sich am stärksten


Energie verbilligte sich im September um 8,2 Prozent. Die Preise für Industriegüter ohne Energie sanken um 0,3 Prozent. Dagegen verteuerten sich insbesondere unverarbeitete Lebensmittel. Sie kosteten um 3,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dienstleistungen verteuerten sich um 0,5 Prozent.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte erst kürzlich beklagt, die Notenbank sei nicht zufrieden mit der Situation, dass ihr Inflationsziel von knapp 2 Prozent verfehlt werde. Sie habe in der Vergangenheit aber bewiesen, dass sie ihre Instrumente erfolgreich nachschärfen könne. (apa/reuters)