Die zweite Welle der Corona-Pandemie könnte laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Erholung in der Eurozone verlangsamen. "Wir sehen nun ein Wiederaufflammen der Infektionen in einzelnen Sektoren, in einzelnen Städten, in einigen Ländern mehr als in anderen," sagte Lagarde am Dienstag auf einer Online-Veranstaltung des "Wall Street Journal" in einem zuvor aufgezeichneten Gespräch. Frankreich und Spanien seien in Europa am meisten betroffen.

"Wir befürchten nun, dass die Eindämmungsmaßnahmen, die umgesetzt werden müssen durch die Behörden, eine Auswirkung haben auf diese Erholung." Anstatt eines V-förmigen Aufschwungs, den alle herbeisehnten, sei zu befürchten, dass der zweite Arm beim V etwas wackeliger ausfallen könnte.

Die Wirtschaft im Währungsraum war im zweiten Quartal in Folge der Coronakrise um 11,8 Prozent eingebrochen, nach einem Minus von 3,7 Prozent in den ersten drei Monaten. Die EZB hatte auf ihrer jüngsten Sitzung im September nach mehreren großen Stützungsschritten keine neuen Hilfen beschlossen. Die nächste Zinssitzung der Währungshüter ist für den 29. Oktober anberaumt. (reuters/kle)