Die spanische Wirtschaft wird der Regierung zufolge in diesem Jahr wegen der Corona-Krise stärker einbrechen als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 11,2 Prozent sinken, sagte Wirtschaftsministerin Nadia Calvino am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Madrid. Bisher war sie von einem Minus von 9,2 Prozent ausgegangen.

Das Land steckt aber nach Einschätzung der Regierung mittlerweile in der zweiten Infektionswelle: Nirgendwo sonst in Westeuropa gibt es so viele neue Corona-Positiv-Tests. Das beeinträchtigt den für die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone so wichtigen Tourismus. Für 2021 prognostiziert Calvino ein Wachstum von 7,2 Prozent. Die bisherige Schätzung von 6,8 Prozent wurde damit leicht angehoben.

Die Krise hinterlässt deutliche Spuren am Arbeitsmarkt und im Staatshaushalt. Die Arbeitslosenquote dürfte in diesem Jahr auf 17,1 Prozent steigen und 2021 lediglich auf 16,9 Prozent sinken. Die Neuverschuldung dürfte im laufenden Jahr 11,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachen. 2021 soll sie auf 7,7 Prozent sinken, was nach den Worten von Haushaltsministerin Maria Jesus Montero "ohne Kürzungen und ohne Sparmaßnahmen" erreicht werden soll. (reuters/kle)