Trotz des leicht anziehenden Flugbetriebs verbrennt die Luftfahrtbranche nach Schätzung des Airlineverbands IATA im laufenden Halbjahr rund 77 Milliarden Dollar (65,4 Milliarden Euro). Dies seien fast 13 Milliarden Dollar pro Monat oder 300.000 Dollar pro Minute, teilte der internationale Verband am Dienstag mit.

"Wir haben einige harte Wintermonate für Fluggesellschaften vor uns, in denen die Cashflows saisonal bedingt immer schwach sind", sagte IATA-Chefökonom Brian Pearce. "Wir sehen Fluggesellschaften, die in Schwierigkeiten geraten oder sogar scheitern, wenn sie nicht weitere staatliche Unterstützung bekommen oder die Möglichkeit haben, die Kapitalmärkte für mehr Geld anzuzapfen."

Wegen der langsamen Erholung rund um den Tourismus und das Fliegen werde die Branche wohl auch im kommenden Jahr monatlich im Schnitt fünf bis sechs Milliarden Dollar Verlust machen. Trotz Kostenersparnis von rund 50 Prozent hätten die Airlines im zweiten Quartal 2020 rund 80 Prozent Umsatz verloren. IATA geht nicht davon aus, dass die Branche vor 2022 einen positiven Cashflow erreicht. (reuters/kle)