Jerome Powell, Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sieht die amerikanische Wirtschaft immer noch anfällig für gravierende Rückschläge. Die Konjunkturerholung von den Folgen der Corona-Krise ist aus seiner Sicht immer noch wacklig. Die Wirtschaft könne in eine Abwärtsspirale geraten, falls das Virus nicht effektiv eingedämmt werde, sagte Powell am Dienstag auf einer Veranstaltung.

Unternehmen und Haushalte benötigten mehr Unterstützung. "Zu wenig Hilfen würden zu einer schwachen Erholung führen, was unnötige Härten für Haushalte und Unternehmen erzeugt", warnte er. Selbst wenn die Schritte am Ende größer als nötig sein sollten, wären sie nicht verschwendet gewesen. "Die Erholung wird stärker sein und schneller voranschreiten."

In seiner Rede erwähnte der Notenbankchef keine neuen Fed-Programme, die über die rund ein Dutzend Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft hinausgehen, die die Fed im März beschlossen hatte. Es sei richtig, die Menschen zu unterstützen, denen die Pandemie am meisten zugesetzt habe, sagte Powell. Der US-Haushalt befinde sich zwar auf einem nicht tragfähigen Weg. Es sei aber jetzt nicht der Zeitpunkt, um dieses Thema anzugehen.

Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump die Verhandlungen mit den oppositionellen Demokraten über ein neues Corona-Hilfspaket bis nach der Präsidentenwahl am 3. November abgesagt. In einer ersten Reaktion reagierte die Wirtschaft verschreckt, an den US-Börsen kam es zu Kursverlusten. Der Kongress und das Weiße Haus haben Anfang dieses Jahres Hilfsmaßnahmen von mehr als drei Billionen Dollar genehmigt. Allerdings wurden seit März keine neuen Programme verabschiedet.

"Ich habe meine Vertreter angewiesen, die Verhandlungen zu stoppen", twitterte das mit dem Coronavirus infizierte Staatsoberhaupt am Dienstag, einen Tag nachdem Trump aus dem Krankenhaus entlassen und wieder ins Weiße Haus eingezogen war. "Unmittelbar nachdem ich gewonnen habe, werden wir ein großes Konjunkturpaket verabschieden, das sich auf hart arbeitende Amerikaner und kleine Geschäfte konzentriert."

In der Pandemie wurden bislang in rund 7,4 Millionen Fällen Amerikaner positiv auf das Coronavirus getestet. Davon starben inzwischen mehr als 209.000 Menschen. (reuters)