Das Plattenlabel der südkoreanischen K-Pop-Gruppe BTS ist am Donnerstag bei seinem Börsendebüt in Seoul durchgestartet. Der erste Kurs von Big Hit Entertainment war mit 270.000 Won (200,5 Euro) doppelt so hoch wie der Ausgabepreis. Die Aktie legte danach um weitere bis zu 30 Prozent zu, bevor Sorgen wegen der Abhängigkeit vom Erfolg der Boyband BTS auf den Kurs drückten. Die Aktien schlossen mit 258.000 Won aber immer noch 91 Prozent über dem Ausgabepreis.

Big Hit wurde damit mit umgerechnet 6,5 Mrd. Euro bewertet. Fast die Hälfte der zehn Millionen handelbaren Aktien wechselten am ersten Handelstag den Besitzer.

Wohl und Wehe von Big Hit hängen vom Erfolg der siebenköpfigen Boyband BTS ab, die weltweit eine riesige und loyale Fan-Basis hat. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete Big Hit 88 Prozent seines Umsatzes mit BTS. Doch Ungemach droht: Das älteste Bandmitglied muss sich bis Ende nächsten Jahres zum zweijährigen Wehrdienst melden. Einige südkoreanische Politiker haben gefordert, die BTS-Mitglieder von der Wehrpflicht zu entbinden. Mit ihrem Welterfolg täten sie viel für ihr Land ohne eine Soldatenuniform zu tragen. Die sieben Bandmitglieder wurden mit dem Börsengang zu Multimillionären: Sie erhielten Aktien, die zum Ausgabepreis umgerechnet fast 14 Mio. Euro wert waren.

Dank ihrer loyalen Fans haben die Corona-Beschränkungen BTS vergleichsweise wenig getroffen. Mit erfolgreichen Online-Konzerten und Merchandising-Verkäufen konnte die Band die Umsatzausfälle durch den Wegfall von Live-Konzerten weitgehend wettmachen. (Reuters)