Trotz fortschreitender Erholung von der Coronakrise ist die US-Wirtschaft laut der Notenbank weiter auf Hilfe der Fed und vor allem der Politik angewiesen. Die einflussreiche Notenbankdirektorin Lael Brainard warnte den US-Kongress am Mittwoch, dass ein Ausbleiben weiterer Konjunkturhilfen das größte Risiko für den Wirtschaftsausblick darstelle.

Die Notenbank sei weiter bereit, ihren Teil zur weiteren Erholung der Wirtschaft durch eine nachhaltig konjunkturstimulierende Politik zu leisten. Und zwar so lange wie nötig. Gemeinsam mit der Politik müsse es gelingen, den Aufschwung auf eine breitere Basis zu stellen. Bisher sei er an vielen Haushalten und kleineren Firmen eher vorbeigegangen. Falls die staatlichen Konjunkturhilfen zu frühzeitig abgebaut würden, drohten sich sogar rezessionäre Tendenzen zu verfestigen.

Ringen um Konjunkturpaket

Das Ringen um ein Konjunkturpaket zwischen Republikanern und Demokraten war zuletzt ins Fahrwasser des Präsidentenwahlkampfs geraten. Doch der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, sagte dem Sender Fox Business am Mittwoch, dass die Regierung und die Demokraten im Repräsentantenhaus eine Einigung innerhalb der nächsten 48 Stunden anstrebten.

Zuvor hatte sich auch Nancy Pelosi, Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, optimistisch zu den Chancen für eine Einigung geäußert. Nachdem das Parlament bereits Maßnahmen im Volumen von mehr als 3 Billionen Dollar (2,5 Bill. Euro) zur Bekämpfung der Folgen der Coronapandemie genehmigt hatte, geht es nun bereits um ein fünftes Hilfspaket.

Einigung noch diese Woche möglich

Der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, sagte in einem Interview mit Fox Business, es gebe zwar noch Differenzen, aber beide Parteien seien zuletzt vorangekommen. Am 3. November wird in den USA gewählt. Präsident Donald Trump würde gerne noch vorher neue Hilfen verkünden.

Auf die Frage von Reportern, ob bis Ende der Woche eine Einigung erreicht werden könnte, antwortete Pelosi: "Ich hoffe es. Das ist der Plan." Finanzminister Steven Mnuchin und sie hätten sich während eines 45-minütigen Gesprächs über weitere Punkte verständigt, twitterte Pelosis Sprecher Drew Hammill. Die Gespräche würden am Mittwoch fortgesetzt und "beide Seiten meinen es ernst mit der Suche nach einem Kompromiss".

Auch Meadows sagte, die vom Republikaner Trump geführte Regierung und die Demokraten im Repräsentantenhaus strebten eine Einigung innerhalb der nächsten 48 Stunden an. Die Verhandlungen seien mittlerweile in einer neuen Phase. Der größte Knackpunkt sei die Finanzierung der Regierungen auf Ebene der Bundesstaaten und der Gemeinden. (apa/reuters)