Die Inflation in der Eurozone ist im Oktober bereits den dritten Monat in Folge ins Minus gerutscht. Die Verbraucherpreise fielen um 0,3 Prozent binnen Jahresfrist, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Das ist die niedrigste Rate seit vier Jahren. Hinter dem Rückgang standen insbesondere die Energiepreise. Auch im September war die Inflation bei minus 0,3 Prozent gelegen, nach minus 0,2 Prozent im August.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) kommen negative Inflationsraten höchst ungelegen. Die Währungshüter steuern eine Rate von knapp unter zwei Prozent als Idealwert für die Wirtschaft an. Dieses Ziel verfehlen sie aber bereits seit Jahren. Um in der Pandemiekrise gegenzusteuern, hatte die EZB bereits umfangreiche geldpolitische Maßnahmen eingeleitet. Angesichts wieder stark steigender Infektionszahlen und erneuter herber Einschränkungen des öffentlichen Lebens in vielen Euroländern hatte sie am Donnerstag die Tür für ein mögliches weiteres Coronahilfspaket im Dezember geöffnet.

Die Preise für Energie gingen im Oktober binnen Jahresfrist um 8,4 Prozent zurück. Industriegüter ohne Energie verbilligten sich um 0,1 Prozent. Dagegen verteuerten sich unverarbeitete Lebensmittel um 4,3 Prozent. Die Preise für Dienstleistungen nahmen um 0,4 Prozent zu. (apa/reuters)