In der deutschen Union-Bundestagsfraktion schrumpft der Widerstand gegen eine Ausweitung der Frauenquote in DAX-Vorständen. Nachdem die CSU-Landesgruppe sich für eine Quote aussprach, äußerte auch Fraktionsvize Thorsten Frei Zustimmung: "Ich sehe den Vorstoß mit Sympathie. Bei den Vorständen ist, was die Beteiligung von Frauen angeht, noch deutlich Luft nach oben", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Koalitionsarbeitsgruppe "Frauen in Führungspositionen" solle nun "zeitnah" einen Vorschlag vorlegen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hatte sich in der "Welt" für eine feste Frauenquote in Dax-Unternehmen ausgesprochen. Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und zuletzt CSU-Chef Markus Söder hatten eine Ausweitung der Frauenquote in Unternehmen befürwortet. Dagegen sagte Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz, zur "Wirtschaftswoche": "Die Quote ist immer nur die zweitbeste Lösung. Ich hoffe, dass uns noch etwas Besseres einfällt."

Die deutsche Frauenministerin Franziska Giffey (SPD) hatte eine gesetzliche Quote für einen Mindestanteil von Frauen in bestimmten Unternehmensvorständen vorgeschlagen. Danach soll der Vorstand eines börsennotierten und zugleich paritätisch mitbestimmten Unternehmens künftig mit wenigstens einer Frau besetzt sein, wenn er mehr als drei Mitglieder hat. Sie will zudem die seit 2015 vorgeschriebene 30-Prozent-Quote für Frauen in bestimmten Aufsichtsräten von bisher gut 100 auf rund 600 Unternehmen der Privatwirtschaft ausdehnen. Inkrafttreten sollen die neuen Vorschriften zum 1. Mai 2021. (apa, Reuters)