Wegen des Teil-Lockdowns in mehreren italienischen Regionen sind 280.000 Restaurants, Pizzerien und Cafes in Italien geschlossen. Die Gastronomiebranche meldete einen Umsatzverlust von 30 Milliarden Euro. Der Konsum von Speisen außer Haus sei in Italien 2020 um 48 Prozent eingebrochen, geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Landwirtschaftsverbands Coldiretti hervor.

  Die Gastronomie in Italien generiert jährlich einen Umsatz von 84 Mrd. Euro. Die Schließung der Lokale in vielen Regionen wirke sich besonders negativ auf die Lebensmittelindustrie und auf die Landwirtschaft aus, beklagt der Verband. Die Aussichten für die Weihnachtszeit seien trüb, warnte Coldiretti.

In Italien herrscht wegen des starken Konsumeinbruchs Alarmstimmung. Allein im Oktober ging der Konsum um acht Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2019 zurück, meldete das Statistikamt Istat. "Die neue Epidemiewelle hat einen Wachstumstrend unterbrochen, der sich in mehreren Wirtschaftssektoren im dritten Quartal 2020 abgezeichnet hatte", kommentierte der Handelsverband Confcommercio. Die Regierung in Rom hat seit Ende Oktober angesichts zunehmender Infektionszahlen die Anti-Covid-Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

 

"Verheerende Weihnachtszeit" befürchtet

Der Konsumentenschutzverband Codacons befürchtet eine "verheerende Weihnachtszeit" für den Handel. Die Regierung hat bereits Weihnachtsmärkte verboten. Weihnachten solle nur im engsten Kreise der Familie gefeiert werden, riet die Regierung in Rom. "Trotz der Stützungsmaßnahmen der Regierung kürzen die Familien wegen der ungewissen Situation immer mehr die Ausgaben", warnte der Präsident des Konsumentenschutzverbands Codacons, Carlo Rienzi. (apa)