Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat am Dienstag an der New Yorker Börse zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 30.000 Punkten überwunden. Gegen 17.25 Uhr kletterte das Barometer um 1,40 Prozent auf 30.006,42 Punkte nach oben. Zuletzt tendierte der Dow Jones mit plus 1,62 Prozent bei 30.070,34 Punkten.

Aber auch der breiter gefasste S&P-500 zeigte sich klar im Plus. Er stieg um 1.53 Prozent auf 3.632,28 Einheiten. Der Nasdaq Composite legte um 1,14 Prozent auf 12.016,30 Zähler zu.

Für US-Präsident Donald Trump sind die 30.000 Punkte eine "heilige Zahl", wie er am Dienstag im Weißen Haus mit wenigen Minuten Vorankündigung vor den Kameras sagte. "Niemand hat gedacht, dass er das jemals sehen würde", so der abgewählte Amtsinhaber.

Rückenwind erhielt das prestigeträchtige Aktienbarometer  von weiteren Fortschritten bei vielversprechenden Corona-Impfstoffen und der Hoffnung auf deren baldige Einführung. Überdies scheint die Tatsache, dass sich der amtierende US-Präsident Donald Trump seine Wahlniederlage eingestehen dürfte, ebenfalls zu beflügeln. Trump hatte die Behörden und seine Mitarbeiter angewiesen, beim Übergangsprozess zur neuen Regierung des Wahlsiegers Joe Biden zu kooperieren.

Nachricht um neue Finanzministerin beflügelte Märkte

Positive Impulse lieferten zudem Medienberichte, wonach die ehemalige Notenbankchefin Janet Yellen als erste Frau die Führung des US-Finanzministeriums übernehmen soll. "Damit dürfte die Zusammenarbeit zwischen der US-Notenbank Fed und dem Finanzministerium kooperativ und geräuschlos verlaufen", kommentierte ein Marktbeobachter.

Negative Konjunkturdaten konnten dagegen nicht belasten: Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im November stärker als erwartet eingetrübt. Das entsprechende Barometer fiel von 101,4 Punkten im Oktober auf 96,1 Zähler, wie das Institut Conference Board unter Berufung auf seine Umfrage mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 98,0 Zähler gerechnet.

Mit Blick auf die Einzelwerte profitierten Fluggesellschaften von der Hoffnung auf bald verfügbare Corona-Impfstoffe: American Airlines gewannen satte 9,33 Prozent, United Airlines 8,01 Prozent und Delta Airlines 5,67 Prozent.

Boeing legten indes um 4,05 Prozent zu. Der Unglücksflieger 737 Max dürfte nun auch in Europa bald wieder starten. Geplant sei, den Flugzeugtyp in einigen Wochen wieder abheben zu lassen, teilte die europäische Luftfahrtaufsicht EASA mit.

Aktien der Impfstoffentwickler im Rückwärtsgang

Dagegen legten die Aktien der Impfstoffentwickler nach der jüngsten Kursrally den Rückwärtsgang ein. Die Papiere von Moderna verloren 2,44 Prozent, obwohl das US-Unternehmen mit der EU einen Rahmenvertrag über die Lieferung bis zu 160 Millionen Dosen seines Impfstoffs ausgehandelt hatte. Bei den Wertpapieren von Biontech wurde ein Kursrückgang von 4,75 Prozent verbucht. Pfizer sanken um geringere 0,08 Prozent.

Die Aktionäre von Best Buy mussten unterdessen nach dem zuletzt guten Lauf einen Kursverlust von 6,51 Prozent verkraften. Der Elektronikkonzern legte zwar einmal mehr überraschend starke Quartalszahlen vor, scheut aber weiter vor einer Jahresprognose zurück.

Tesla schossen dagegen um 4,91 Prozent hinauf. Damit ist der Hersteller von Elektrofahrzeugen nun an der Börse erstmals über 500 Milliarden Dollar wert. (apa)