Der Vorstand des insolventen Skandalkonzerns Wirecard hat mehrere seiner ehemaligen Wirtschaftsprüfer vor ihrem Auftritt im Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags von der Schweigepflicht entbunden. Das geht aus einem Brief an den Ausschuss hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Drei vorgeladene Mitarbeiter des Wirtschaftsprüfers EY hatten sich zuvor auf diese Schweigepflicht berufen und angekündigt, am Donnerstag nicht im Ausschuss auszusagen.

Nach Ansicht der SPD müssen zwei von ihnen nun doch die Fragen der Abgeordneten beantworten.

EY hatte als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Jahresabschlüsse von Wirecard geprüft. Das Unternehmen steht in der Kritik, weil der Milliardenbetrug dabei nicht früher entdeckt wurde. Wirecard ist im Juni dieses Jahres nach Bekanntwerden eines milliardenschweren Bilanzskandals in die Pleite gerutscht. Im Oktober startete der Untersuchungsausschuss. (apa)