Die Ölpreise haben am Donnerstag im frühen Handel leicht zugelegt. Sie bewegen sich weiterhin in der Nähe ihrer höchsten Stände seit März, bevor die erste Corona-Welle einen drastischen Preissturz verursacht hatte. US-Rohöl war damals sogar zeitweise zu einem negativen Preis gehandelt worden.

Donnerstagfrüh kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent 48,64 US-Dollar (40,91 Euro). Das waren elf Cent mehr als zum Handelsschluss am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um drei Cent auf 45,75 Dollar.

Fachleute nennen mehrere Gründe für den deutlichen Anstieg der Ölpreise in den vergangenen Wochen. An erster Stelle rangiert die Hoffnung auf zeitnah verfügbare Corona-Impfstoffe, von der sich eine konjunkturelle Erholung erhofft wird. Dies würde auch der Ölnachfrage zugute kommen.

Auch der derzeit schwächere US-Dollar sorgt für Preisauftrieb, da er die Nachfrage aus Ländern stützt, die nicht mit dem Dollar bezahlen. Rohöl wird traditionell in der US-Währung gehandelt.

Ölfeldausrüster in Corana-Flaute

Der im Wiener Leitindex ATX börsennotierte Ölfeldausrüster SBO kämpft indessen weiterhin mit der coronabedingt niedrigen Ölnachfrage und hat in den ersten drei Quartalen einen Umsatz- und Ergebniseinbruch erlitten. Der Umsatz ging um fast ein Drittel auf 236,4 Millionen Euro zurück, das Ergebnis nach Steuern drehte auf -21,3 Millionen Euro in die Verlustzone, nachdem im gleichen Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 26,6 Millionen Euro ausgewiesen worden war.

Wertabschreibungen in den USA

Zum 30. Juni nahm die Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment Wertabschreibungen bei den Tochtergesellschaften in Nordamerika in Höhe von 20,5 Millionen Euro vor, die zwar nicht cash-wirksam sind, aber das Ergebnis drücken. Das Betriebsergebnis (EBIT) vor Einmaleffekten blieb mit 1,1 Millionen Euro positiv. Das EBIT nach Einmaleffekten belief sich auf minus 19,8 Millionen Euro. SBO generierte in den ersten neun Monaten 2020 einen operativen Cashflow von 81,3 Millionen Euro und konnte dadurch eine Nettoliquidität von 10,5 Millionen Euro ausweisen. Das Gearing (Verschuldungsgrad) verbesserte sich auf minus 3,5 Prozent. Der Bestand an liquiden Mitteln stieg auf 322,0 Millionen Euro (31. Dezember 2019: 265,2 Millionen Euro). (apa)