Das Ölkartell Opec geht davon aus, dass sich die Nachfrage nach dem Rohstoff 2021 erst allmählich wieder erholt. Die schwierige Lage auf dem Ölmarkt 2020 werde sich zumindest im ersten Quartal 2021 fortsetzen, sagte der algerische Energieminister Abdelmadjid Attar am Montag zum Auftakt des Halbjahrestreffens des Kartells. Konkrete Schritte deutete er erwartungsgemäß noch nicht an.

Am Dienstag folgt ein Treffen der 13 Opec-Mitglieder mit ihren zehn Kooperationspartnern wie Russland (Opec+). Der Einbruch der Weltwirtschaft durch die Corona-Krise hatte heuer die Ölpreise massiv unter Druck gesetzt.

Die Opec+ hatte zur Jahresmitte mit einer beispiellosen Förderkürzung um fast zehn Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag reagiert, um die Ölpreise zu stabilisieren. "Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Attar. Nun geht es darum, ob die zum Jahreswechsel vorgesehene Aufweichung der Förderkürzung wie geplant kommt oder verschoben wird. Zwischen Jänner 2021 und April 2022 soll nach bisherigen Plänen die tägliche Produktionskürzung noch 5,8 Millionen Barrel am Tag umfassen.

Die Ölpreise hatten am Montag empfindlich auf Medienberichte über Uneinigkeit im Ölverbund OPEC+ reagiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete zuletzt 47,45 US-Dollar (39,80 Euro). Das waren 73 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 65 Cent auf 44,88 Dollar. (dpa)