Angesichts der Lockdown-Maßnahmen in vielen Euro-Ländern ist die Wirtschaftsleistung der Währungsunion im November erstmals seit fünf Monaten wieder geschrumpft. Dies signalisiert der am Donnerstag veröffentlichte finale Einkaufsmanagerindex von IHS Markit, der gegenüber Oktober um 4,7 Punkte auf 45,3 Zähler absackte. Immerhin wurde die Vorabschätzung damit um 0,2 Punkte übertroffen.

Mit aktuell 41,7 Punkten - nach 46,9 im Oktober - notierte das Barometer für den Servicesektor bereits zum dritten Mal hintereinander unter der Wachstumsmarke von 50 Punkten und signalisierte damit die stärksten Geschäftseinbußen seit Mai. Dies ist laut IHS Markit-Chefökonom Chris Williamson ein denkbar schlechtes Omen für die Konjunktur: "Das Eurozonen-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal dürfte markant schrumpfen. Besonders schlimm sieht es aktuell in Frankreich, Spanien und Italien aus."

Die deutsche Wirtschaft wächst trotz des Teil-Lockdown noch, aber nicht mehr so stark wie zuvor. Der Einkaufsmanagerindex, der die Geschäfte von Industrie und Dienstleistern zusammenfasst, sank im November um 3,3 auf 51,7 Punkte. In einer ersten Schätzung waren noch 52,0 ermittelt worden. "Die Verlängerung des Lockdowns in den Dezember hinein bedeutet ein schwieriges Jahresende für die deutsche Wirtschaft – für manche Sektoren verständlicherweise schwieriger, als für andere", so Markit-Experte Phil Smith.

Der jüngste Fortschritt bei der Entwicklung eines Impfstoffes helfe dabei, die Stimmung der Unternehmer im Hinblick auf die Zukunft ein wenig aufzuhellen. Nichtsdestotrotz sei es nach wie vor ein langer Weg bis hin zur vollständigen Erholung. (apa/Reuters)