Das Schneechaos im österreichischen Osttirol zieht die süddeutsche Ölversorgung in Mitleidenschaft. Die Transalpine Ölleitung (TAL) vom italienischen Mittelmeerhafen Triest nach Karlsruhe ist derzeit außer Betrieb. Das bestätigte das bayerische Wirtschaftsministerium.

"Infolge der heftigen Schnellfälle ist die Stromversorgung der TAL-Pumpstation in Gruben (Gemeinde Matrei in Osttirol/Österreich) vor dem Felbertauern-Tunnel unterbrochen", hieß es beim Ministerium in München. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Wann das Rohöl wieder fließt, ist ungewiss: "Die Rückkehr zu normalen Betriebsbedingungen ist abhängig von der vollständigen Wiederherstellung der Stromverfügbarkeit", sagte Alessio Lilli, General Manager der TAL. "Bis wann dies der Fall sein wird, ist derzeit noch nicht bekannt."

Versorgt Österreich zu 90 Prozent

Laut Unternehmen ist die Pipeline von großer Bedeutung: Die TAL versorgt demnach Österreich zu 90 Prozent, die Tschechische Republik zu 50 Prozent und Deutschland zu 40 Prozent mit Rohöl - in Bayern und Baden-Württemberg sind es demnach sogar 100 Prozent.

Die TAL beschäftigt nach Angaben von Sommer 232 Mitarbeiter, davon 25 in Österreich - der Österreich-Sitz ist in Matrei/Osttirol. TAL-Gesellschafter sind große Ölunternehmen: OMV, Shell, Rosneft, ENI, C-Blue Limited (Gunvor), Exxon Mobil, Mero, Phillips 66/Jet und Total.Auf der Südseite des Alpenhauptkamms hatte es am vergangenen Wochenende sehr stark geschneit, laut österreichischer Unwetterzentrale fiel in manchen Regionen innerhalb einer Woche mehr Schnee als üblicherweise im ganzen Winter. Die Schneemassen haben die Stromversorgung stark beschädigt, zeitweise waren tausende Haushalte von der Versorgung abgeschnitten. Die Schäden sind bis jetzt noch nicht endgültig behoben.

Ölversorgung noch nicht gefährdet

"Nach dem derzeitigen Informationsstand ist die Ölversorgung Bayerns nicht gefährdet", hieß es im Wirtschaftsministerium. "Die Raffinerien mussten bisher die Rohölverarbeitung noch nicht einstellen." Die Pipeline ist insgesamt 753 Kilometer lang und verläuft von ihrem Ausgangspunkt in Triest zunächst in Richtung Norden über Lienz in Osttirol und Kitzbühel Richtung Ingolstadt, wo sich die Leitung in einen kurzen östlichen und einen längeren westlichen Zweig teilt, der in Karlsruhe endet. (apa)