Der Chef der deutschen Wirtschaftsprüfer-Aufsicht Apas, Ralf Bose, ist nach Geschäften mit Wirecard-Aktien freigestellt worden. Dadurch solle die Integrität der Apas bis zur schlussendlichen Aufklärung des Sachverhalts sichergestellt werden, teilte das deutsche Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) am Montag mit. Die Apas ist beim Bafa angesiedelt.

Bose handelte mit Aktien des mittlerweile kollabierten Zahlungsabwicklers, während die Bundesbehörde die Arbeit des damaligen Wirecard-Bilanzprüfers Ernst & Young (EY) genauer unter die Lupe nahm, wie vergangene Woche im Bundestag-Untersuchungsausschuss aufgedeckt wurde. Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte am Freitag erklärt, dass dieser Vorgang ihn befremdet habe. Noch am Freitag habe Bafa-Präsident Torsten Safarik Apas-Chef Bose informiert, dass er mit sofortiger Wirkung freigestellt sei, erklärte die Behörde am Montag.

Bose kaufte am 28. April Aktien von Wirecard und verkaufte sie am 20. Mai wieder, wie Teilnehmer der Ausschusssitzung nach der Befragung Boses gesagt hatten. Erworben hat er sie also ausgerechnet an dem Tag, als der Zahlungsabwickler in einem Sonderbericht ein vernichtendes Urteil der Wirtschaftsprüfer von KPMG erhalten hatte. Die Experten hatten monatelang die Bilanzen von Wirecard durchforstet und erklärt, für Umsätze im Ausland keine Beweise finden zu können. Die damals noch im DAX notierten Aktien waren daraufhin um mehr als 20 Prozent in die Tiefe gestürzt.(apa/dpa)