Die US-Notenbank Fed signalisiert über die Corona-Krise hinaus ultra-niedrige Zinsen. Die Währungshüter gehen im Mittel davon aus, dass der Schlüsselzins noch bis Ende 2023 nahe Null gehalten wird. Sie beließen ihn am Mittwoch in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent. Zugleich erklärten die Währungshüter um Notenbankchef Jerome Powell auf ihrer letzten Zinssitzung im Pandemie-Jahr 2020, sie seien entschlossen, die gesamte Bandbreite ihrer Instrumente zur Stützung der Wirtschaft zu nutzen. Den Umfang ihrer monatlichen Wertpapierkäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar wollen sie solange beibehalten, bis "substanzielle weitere Fortschritte" auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität erreicht sind.

Die US-Notenbank musste den Kurs inmitten eines politischen Gerangels über weitere Konjunkturhilfen im Kongress abstecken. Zuletzt verdichteten sich die Hinweise, dass Republikaner und Demokraten sich nach langem Hin und Her auf ein 900 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket einigen könnten. Mit steigenden Corona-Fallzahlen hat sich auch die Konjunktur-Erholung zuletzt verlangsamt.

"Der Geduldsfaden der Fed hält. Sie wartet weiterhin auf neue Fiskalhilfen, die sich jedoch noch verzögern", kommentiert Bastian Hepperle, Senior Economist beim Bankhaus Lampe, den Entschluss: "Ein monetärer Stimulus wirkte in der aktuellen Situation ohnehin nur als Beruhigungspille für die Realwirtschaft. Wegen der bereits äußerst günstigen Finanzierungsbedingungen gibt es ohnehin kaum noch Steigerungspotenzial." (reuters)