Die Corona-Krise hat 2020 den mehr als ein Jahrzehnt währenden Aufwärtstrend am deutschen Arbeitsmarkt abrupt beendet. Im Jahresdurchschnitt 2020 waren rund 44,8 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts lag die Zahl damit um 477.000 oder 1,1 Prozent niedriger als 2019.

"Damit endete in der Coronakrise der über 14 Jahre, auch während der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/200,  anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit in Deutschland", erklärten die Statistiker.

Allerdings wäre der seit 2007 dauernde Beschäftigungszuwachs vermutlich auch ohne die Corona-Krise bald zum Ende gekommen, hieß es. Der Grund: Das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial schwindet aufgrund des demografischen Wandels. "Diese Entwicklung wird derzeit immer schwächer durch eine höhere Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung sowie die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte kompensiert", so das Statistikamt dazu.

Positive Impulse aus dem Baugewerbe

Den stärksten Rückgang der Erwerbstätigen gab es im vergangenen Jahr bei den Dienstleistern mit 281.000. Insgesamt waren noch rund 33,5 Millionen Personen in den Dienstleistungsbereichen tätig. Die größten Beschäftigungsverluste darunter hatten der Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe mit 207.000 Erwerbstätigen und die Unternehmensdienstleister mit 156.000, zu denen auch die Arbeitnehmerüberlassung zählt. Beschäftigungsgewinne gab es hingegen im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit 153.000.

Im Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) sank die Erwerbstätigenzahl um 191.000 auf rund 8,2 Millionen. Vom Baugewerbe kamen mit einem Anstieg um 17.000 auf rund 2,6 Millionen noch positive Impulse. In der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei waren 22.000 Personen weniger erwerbstätig als 2019. (apa/reuters)