Im Wettrennen um selbstfahrende Autos gibt es nun eine Kooperation zwischen dem chinesischen Google-Pendant Baidu und dem Autohersteller Geely. Baidu teilte am Montag mit, dafür eine neue Tochter-Gesellschaft zu gründen. Sie solle zusammen mit Geely "intelligente Elektrowagen" entwickeln. Baidu tüftelt bereits seit 2017 an der Technologie für selbstfahrende Autos. Insider hatten der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, Baidu werde bei dem Joint Venture mit dem chinesischen Autobauer Geely die Mehrheit haben.

Zuletzt gaben der südkoreanische Autobauer Hyundai und der US-Tech-Riese Apple bekannt, gemeinsam die Entwicklung von Roboterautos voranzutreiben. Reuters hatte kurz vor Weihnachten unter Berufung auf Insider berichtet, Apple wolle bis 2024 ein autonomes Fahrzeug an den Start bringen. In dem Zusammenhang wird auch ein Durchbruch in der Batterietechnologie erwartet, der eine höhere Reichweite der Fahrzeuge ermöglichen soll.

Für die europäischen Autobauer wie Volkswagen, Daimler & Co sind das keine guten Nachrichten. Sie müssen fürchten, von Technologiekonzernen wie Apple, Google, Amazon und Baidu abgehängt zu werden, wenn sie sich nicht rasch wandeln.

Chinas Automarkt schrumpft

Doch damit nicht genug der schlechten Nachrichten. Der für die deutschen Autobauer immens wichtige chinesische Automarkt ist im vergangenen Jahr zum dritten Mal nacheinander geschrumpft. Die Verkäufe von Autos fielen um 6,8 Prozent auf 19,6 Millionen Fahrzeuge, wie der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) am Montag in Peking mitteilte.

Vor allem im Frühjahr hatte der Ausbruch der Corona-Pandemie das Wirtschaftsleben und damit auch die Autonachfrage im Land nahezu lahmgelegt, danach war die Industrie im Land aber zügig wieder auf die Beine gekommen. Im Dezember gab es im Vorjahresvergleich mit plus 6,5 Prozent auf 2,32 Millionen Autos ein Wachstum der Verkäufe von Pkw, SUV und kleineren Mehrzweckfahrzeugen.

Der chinesische Markt ist mit Abstand der wichtigste Einzelmarkt von Volkswagen (inklusive der Töchter Audi und Porsche) sowie Daimler und BMW. Bereits 2018 und 2019 war der Markt nach Jahrzehnten des Wachstums geschrumpft. Die chinesische Regierung kurbelte die Verkäufe nach dem Corona-Einbruch mit Förderungen an. Im zweiten Halbjahr 2020 gab es daher oft prozentual zweistellige Zuwachsraten. Vergangene Woche hatte bereits der Herstellerverband CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) vorläufige Zahlen berichtet. Der Absatz der Hersteller von Autos und Nutzfahrzeugen an die Händler ist demnach im Gesamtjahr um 1,9 Prozent auf 25,3 Millionen Stück zurückgegangen.

Bestrafung für Huawei-Verbieter

Wie die "Wiener Zeitung" berichtete, steht das Investitionsabkommen zwischen der EU und China nach sieben Verhandlungsjahren vor dem Abschluss. Wie die Deutsche Presseagentur nun bekanntgab, wollte China jene EU-Länder bestrafen, die den Zugang chinesischer Telekomfirmen wie Huawei zu ihren Märkten begrenzen oder blockieren. Chinesische Unterhändler fügten eine entsprechende Klausel ein, die die europäischen Verhandlungsführer aber ablehnten, wie aus einem Entwurf des Textes des Abkommens hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

China wollte sich demnach das Recht vorbehalten, Vorteile der partiellen Öffnung seines Telekom-Sektors den Investoren aus Ländern zu verweigern, "die chinesische Telekommunikations-Unternehmen im Gesetz oder in der Politik blockieren oder willkürlich diskriminieren", lautet der umstrittene Passus in dem Textentwurf vom 11. Dezember, der aber durchgestrichen wurde.

Die EU-Kommission und die damalige deutsche EU-Ratspräsidentin Angela Merkel sowie Chinas Staatschef Xi Jinping hatten Ende Dezember eine Einigung auf das Abkommen verkündet, dessen juristische Details aber noch weiterverhandelt werden müssen. Der Vereinbarung müssen auch noch die EU-Mitgliedsstaaten und das Europaparlament zustimmen.(dpa/reuters/vasa)