Trotz Corona-Pandemie sind zum Jahresende im Euroraum weiter reichlich Bankkredite an Unternehmen geflossen. Im Dezember vergaben die Geldhäuser um 7,0 Prozent mehr Darlehen an Firmen als ein Jahr zuvor, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mitteilte. Im November hatte der Zuwachs noch bei 6,9 Prozent gelegen.

An die Privathaushalte reichten die Institute im Dezember um 3,1 Prozent mehr Darlehen aus als ein Jahr zuvor. Auch im November war das Plus in dieser Höhe gelegen.

Viele Unternehmen sichern sich während der Viruskrise vorsorglich Kredite, um angesichts einknickender Geschäfte nicht in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten. Um die Wirtschaft zu stützen, hat die EZB umfangreiche Hilfsprogramme aufgelegt. Dazu zählen unter anderem ein billionenschweres Anleihenkaufprogramm, das bereits zweimal ausgeweitet wurde und inzwischen auf 1,85 Billionen Euro angelegt ist, sowie langfristige Kreditspritzen für Banken zu sehr günstigen Konditionen.

Die Geldmenge M3, die von den Euro-Wächtern genau verfolgt wird, nahm im Dezember um 12,3 Prozent zu. Volkswirte hatten nur mit einem Plus von 11,2 Prozent gerechnet. Zu der Messgröße gehören Bargeld, Einlagen auf Girokonten sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen. M3 gilt mittel- und langfristig als Indikator für die Inflationsentwicklung. (reuters)