Im Schatten von zahllosen Corona-Debatten, wo, warum und wie hoch wieder die Zahlen der Kranken gestiegen sind und wer aller Schuld daran haben könnte, entsteht in schnellen Schritten eine Welt, wie wir sie bisher nicht kannten.

Angetrieben wird sie durch den neuen Mobilfunkstandard 5G. Laut dem Ericsson Mobility Report steht der Durchbruch der Technologie kurz bevor. Von derzeit weltweit 213 Millionen Anschlüssen soll es im Jahr 2026 bereits 3,3 Milliarden Anschlüsse geben, knapp 500 Millionen davon in der Europäischen Union.

In Österreich gibt es derzeit 1200 Antennenstandorte - das sind 35 Prozent der Bevölkerungsabdeckung. Bis Ende 2023 wird die Republik flächendeckend mit 5G versorgt sein. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig und wachsen stetig.

So schloss nun die österreichische, 1400 Mitarbeiter große Kwizda Unternehmensgruppe einen Rahmenvertrag mit dem Digitalisierungsdienstleister Atos. Das Ziel ist die Automatisierung von Geschäftsabläufen mit großen Datenmengen. Was bisher händisch in Excel-Listen eingetragen wurde, übernimmt künftig ein Software-Roboter. Er übermittelt etwa Daten zu Urlaubszahlen und Arbeitszeiten an die Personalstelle.

Ein Roboter, der die Körpertemperaturen misst

In einem Linzer Seniorenzentrum ist ein 5G-Roboter für die Messung von Körpertemperaturen zuständig. Der kindgroße, autonome Roboter ist mit einem Sichtfeld und einer Wärmebildkamera ausgestattet, mit der die Temperaturen der Menschen gemessen werden. In Sekundenschnelle und berührungslos. Wenn bei einer Person, die das Seniorenzentrum betritt, eine erhöhte Temperatur gemessen wird, warnt der Roboter durch ein Akustiksignal.

Und Bosch kündigte cloudbasierte Warnsysteme für Fahrzeuge von Kooperationspartner Skoda an. Nähert sich ein Fahrzeug einer Autobahnauffahrt oder -abfahrt, sendet das System automatisch die aktuelle GPS-Position anonymisiert an eine Cloud. Dort wird nun die aktuelle Bewegung des Fahrzeugs mit der erlaubten Fahrtrichtung verglichen. Bei unzulässigen Abweichungen wird der Fahrer innerhalb von Sekunden mit einem Warnhinweis im Display auf seine Falschfahrt aufmerksam gemacht. Mit Verlassen der Autobahn wird der Datenaustausch zwischen Fahrzeug und Cloud wieder unterbrochen.

Die Zahl der Unternehmen und Bereiche wächst stetig. Der Robotereinsatz in der Industrie hat mit weltweit durchschnittlich 113 Geräten pro 10.000 Arbeitnehmern einen Rekord erreicht. Führend ist Singapur, gefolgt von Südkorea und Japan. An vierter Stelle liegt Deutschland, Österreich rangiert auf Platz 14 mit 189 Robotern pro 10.000 Industriejobs. Einen Platz dahinter folgt China. Dies geht aus dem Bericht der "International Federation of Robotics" hervor.

Die Stars der neuen Technologie

Die Stars unter der neuen Technologie sind selbstfahrende Fahrzeuge. So baute Apple im vergangenen Jahr die Tests seiner selbstfahrenden Autos deutlich aus. 30 zu Roboterwagen umgebaute Fahrzeuge des iPhone-Konzerns legten von Dezember 2019 bis Ende November 2020 gut 30.000 Kilometer vom Computer gesteuert zurück. 130 Mal mussten Sicherheitsfahrer die Kontrolle übernehmen.

Auf Platz 14 weltweit liegt Österreich,was den Einsatz von Robotern betrifft.

Die meisten autonomen Kilometer in Kalifornien fuhren im vergangenen Jahr Testfahrzeuge der GM-Roboterwagenfirma Cruise. Sie kamen auf eine Strecke von mehr als 1,2 Millionen Kilometer. Dabei mussten Sicherheitsfahrer lediglich 27 Mal eingreifen. Die Google-Schwesterfirma Waymo reduzierte ihre Fahrten in der Corona-Pandemie von 2,3 Millionen Kilometern im Vorjahreszeitraum auf gut eine Million. Auch hier mussten die Sicherheitsfahrer lediglich 21 Mal in Aktion treten.

Eine geringe Zahl, die auf eine gut funktionierende Technologisierung schließen lassen und die eine Zulassung für den normalen Straßenverkehr immer wahrscheinlicher machen.

Wenn das Coronavirus besiegt ist, könnten wir in einer neuen Welt aufwachen.