Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G-7) hat einen internationalen Ansatz für die Besteuerung von Internet-Konzernen zur Priorität erklärt. Nach einer virtuellen Sitzung der G-7-Finanzminister am Freitag erklärte Großbritannien, alle Teilnehmer hätten sich zu "einer internationalen Lösung für die steuerlichen Herausforderungen der digitalen Wirtschaft" bekannt.

Großbritannien - gegenwärtiger G-7-Präsident - rief zu einem gemeinsamen Ansatz für die Besteuerung von Internet-Riesen bis Mitte des Jahres auf. Die Frist entspricht einer Forderung der G-20-Staaten. Zur G-7 gehören neben Großbritannien Deutschland, die USA, Japan, Frankreich, Italien und Kanada.

Zahlreiche Staaten versuchen gegenwärtig einen möglichst globalen Ansatz für die Besteuerung von Konzernen wie Amazon und Google zu finden. Allerdings blockierten die USA unter Präsident Donald Trump die Vorstöße, von denen US-Unternehmen besonders betroffen sein würden. Unter seinem Nachfolger Joe Biden haben die USA eine Rückkehr zu einem multinationalen Ansatz angekündigt. Beim G7-Treffen sagte die neue US-Finanzministerin Janet Yellen, eine "Vertiefung unseres internationalen Engagements und die Stärkung unserer Allianzen" genieße hohe Priorität. Sie rief ihre Kollegen auf, weiter durch Staatsausgaben die wirtschaftliche Erholung zu fördern. Jetzt sei die Zeit, "groß aufzufahren" (eng. "go big"), sagte sie. (apa, reuters)