Der Preis für Kupfer hat an den Finanzmärkten einen mehrjährigen Höchststand erreicht. Am Montag stieg der Preis für eine Tonne des Industriemetalls an der Rohstoffbörse LME in London bis auf 8.406 US-Dollar (6.942,52 Euro). Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2012. Kupfer gilt aufgrund seiner umfänglichen Verwendung in der Industrie als Konjunkturbarometer. Allerdings dürfte diese Signalfunktion durch die Coronapandemie etwas verzerrt sein.

Am Kupfermarkt herrscht schon seit längerem ein Angebots-Engpass. Ein Grund besteht darin, dass viele Kupferminen ihre Förderung wegen der Coronakrise eingeschränkt haben. Zugleich bleibt die Nachfrage gerade aus dem rohstoffhungrigen China groß.

Hoffen auf Besserungen

Beflügelt wird der Kupferpreis zudem durch die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung infolge zunehmender Corona-Impfungen. Auch der zuletzt schwächere US-Dollar sorgt für eine rege Nachfrage. Kupfer wird in der amerikanischen Währung gehandelt. Ein fallender Dollarkurs führt daher oft zu einer steigenden Kupfernachfrage aus Ländern außerhalb des Dollarraums.

Die Aktien des deutschen Kupferproduzenten Aurubis setzten sich am Nachmittag an der Frankfurter Börse wegen des Kupferpreisanstiegs mit einem Kursplus von 4,4 Prozent an die Spitze des MDax.

Bitcoin über 50.000 Dollar wert

Bitcoin erreicht einen weiteren Meilenstein: Die älteste und wichtigste Cyber-Devise überwand am Dienstag erstmals die 50.000er Marke und stieg um 3,8 Prozent auf ein Rekordhoch von 50.031,41 Dollar. Mitte Dezember hatte sie ihre Bestmarke von 2017 übertroffen und die Schallmauer von 20.000 Dollar durchbrochen. Kurz darauf übersprang sie die Hürden bei 30.000 und 40.000 Dollar.

Den Startschuss für die aktuelle Rally gab Tesla mit der Bekanntmachung, 1,5 Milliarden in die Bitcoin investiert zu haben. Elon Musk, Chef des des Elektroautobauers, gilt als Fan von Kryptowährungen. Er hatte in den vergangenen Wochen sowohl Bitcoin als auch anderen Internet-Währungen mit positiven Tweets Auftrieb gegeben. Außerdem kündigte der Kreditkarten-Anbieter Mastercard an, sein Zahlungsnetzwerk für Kryptowährungen zu öffnen.

"Das Engagement Teslas ist Wasser auf die Mühlen der Bitcoin-Anhänger, die in der Kryptowährung die Geldform der Zukunft sehen", sagte DZ Bank-Analyst Sören Hettler. Investoren sollten aber bedenken, dass auf derartige Kurssprünge meist Abstürze folgen. "Als Portfoliobeimischung kann Bitcoin in Erwägung gezogen werden, solange das Ausmaß des Engagements den Betrag nicht überschreitet, der als potenzieller Totalverlust in Kauf genommen werden kann."

Platinpreis steigt auf höchsten Stand seit 2014

Der starke Preisanstieg des Edelmetalls Platin setzt sich fort. Am Dienstag stieg der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Rohstoffbörse in London bis auf rund 1.339 US-Dollar (rund 1.104 Euro). Das ist der höchste Stand seit Herbst 2014. Der Preis hat in diesem Jahr um etwa zwanzig Prozent zugelegt und damit deutlicher als die artverwandten Edelmetalle Gold und Silber.

Fachleute nennen vor allem die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung als Grund für die Preisrallye. Getrieben wird die Erwartung durch fortschreitende Corona-Impfungen, die weniger Einschränkungen des öffentlichen Lebens ermöglichen könnten. Platin wird unter anderem in der Autoindustrie für die Produktion von Katalysatoren eingesetzt. Eine anziehende Konjunktur dürfte auch den Autoabsatz steigen lassen.

Allerdings mehren sich die Stimmen, die vor Übertreibungen am Platinmarkt warnen. Die Rohstoffexperten der Commerzbank begründen den Preisanstieg zwar auch mit einer vorherigen Unterbewertung sowie der Erwartung eines Angebotdefizits. Angesichts der Dynamik des Preisanstiegs seien aber Züge einer spekulativen Übertreibung zu erkennen, heißt es in einem Kommentar.

 (apa/dpa-AFX)