Der weltberühmte Sandalenhersteller Birkenstock geht Insiderkreisen zufolge an die amerikanisch-französische Beteiligungsgesellschaft L Catterton. Der vom französischen Luxusgüterkonzern LVMH (Louis Vuitton, Moet Hennessy) und dessen Chef Bernard Arnault gestützte Finanzinvestor will rund vier Milliarden Euro für den Traditionskonzern auf den Tisch legen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am späten Mittwochabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. 

Der 1774 gegründete Schuhhersteller Birkenstock mit Sitz in Linz am Rhein und 4.300 Mitarbeitern ist noch in Familienhand. Die Brüder Alexander und Christian Birkenstock wollen einen Minderheitsanteil behalten, der dritte Bruder ist vor einigen Jahren ausgestiegen. Birkenstock verspreche sich von dem neuen Eigentümer vor allem größere Chancen auf dem asiatischen Markt, wo Catterton-Miteigentümer LVMH gute Verbindungen hat, heißt es von mit den Verhandlungen vertrauten Personen am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Birkenstock kam im Geschäftsjahr 2018/19 (Ende September) auf einen Umsatz von 721 Millionen Euro. Geschäftsführer Oliver Reichert - der erste externe Manager in der Firmengeschichte - hatte dem "Handelsblatt" im Herbst gesagt, der Umsatz sei 2019/20 stabil geblieben, obwohl die Produktion im ersten Lockdown im Frühjahr für zwei Monate stillgelegt worden sei. Einem Insider zufolge wird Birkenstock bei dem Verkauf mit etwa dem 15-fachen des operativen Gewinns bewertet.

Seit Wochen wird über einen Verkauf des Unternehmens spekuliert. Neben L Catterton war den Bloomberg-Informationen zufolge dabei noch der luxemburgische Finanzinvestor CVC im Rennen. Das amerikanisch-französische Unternehmen habe sich vor allem wegen der Expertise im Geschäft mit Bekleidungs- und Luxusmarken sowie wegen der Erfahrungen mit einer Expansion in Asien durchgesetzt, hieß es in dem Bloomberg-Bericht. Die Transaktion könnte bereits in der kommenden Woche bekanntgegeben werden. Sprecher der beteiligten Unternehmen wollten die Informationen nicht kommentieren. (apa/dpa)