Die Europäische Zentralbank (EZB) berät heute Vormittag auf ihrer Zinssitzung über den jüngsten Anstieg der Anleiherenditen und die Konjunkturaussichten im Euroraum. Experten erwarten nach der Sitzung Hinweise von Notenbankchefin Christine Lagarde, dass die EZB nötigenfalls eingreifen wird, um die Renditen im Zaum zu halten. Denkbar ist, dass die Eurowächter um gegenzusteuern, das Tempo ihrer wöchentlichen Pandemie-Anleihenkäufe erhöhen werden.

Denn die EZB hatte in Aussicht gestellt, in der Coronakrise weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen für die Wirtschaft sicherzustellen. Manche Ratsmitglieder haben die Sorge geäußert, dass sich der Renditeanstieg bremsend auf die Konjunktur im Euroraum auswirken könnte.

Leitzins soll nicht angehoben werden

Eine wichtige Orientierungshilfe für die Währungshüter dürften neue Wachstums- und Inflationsprognosen der EZB-Volkswirte liefern, die auf der Sitzung vorliegen werden. Zahlreiche Experten halten es für möglich, dass die Notenbank ihre Inflationsprognose für heuer anheben wird.

Ihren Zinsbeschluss will die EZB um 13.45 Uhr veröffentlichen. Es wird erwartet, dass sie ihren Schlüsselzins zur Versorgung der Institute mit Geld bei 0,0 Prozent belassen wird und auch am Einlagesatz, der bei minus 0,5 Prozent liegt, nicht rüttelt. Um 14.30 Uhr wird sich Lagarde dann via Konferenzschaltung der Presse stellen. (apa/reuters)