Börsenexperten bewerten die Konjunktur in der Euro-Zone so optimistisch wie seit über zweieinhalb Jahren nicht mehr. Das entsprechende Barometer kletterte im April um 8,1 auf 13,1 Punkte, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Investment-Beratungsfirma Sentix unter 1.156 Anlegern hervorgeht. Das ist der höchste Stand seit August 2018. Die Lage wurde so gut bewertet wie seit über einem Jahr nicht mehr, während die Aussichten für die kommenden sechs Monate sogar so gut bewertet wurden wie noch nie.

"Erneut gibt es in vielen Staaten der Euro-Zone Lockdowns aufgrund der Corona-Eindämmungsmaßnahmen", sagte Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy. "Die Maßnahmen zeigen jedoch erstaunlich wenig Wirkung auf die gesamtwirtschaftliche Erholung." Habe die Wirtschaft der Währungsunion zuletzt noch deutlich der globalen Tendenz hinterhergehinkt, so sei nun eine Aufholjagd gestartet worden.

In Deutschland kletterte der Konjunkturindex ebenfalls auf den höchsten Stand seit August 2018. "Deutschland profitiert vom globalen Erholungsprozess", sagte Hussy dazu. Auch hier wurden sowohl die Lage als auch die Aussichten positiver bewertet. In den USA bewegte sich das Barometer den zwölften Monat in Folge nach oben und markierte mit 38,6 Zählern ein Rekordhoch. "Expansive Geld- und Fiskalpolitik sowie eine aufgestaute Nachfrage dürften die Erholung weiter antreiben", sagte Hussy.

Dax auf Rekordhoch

Nach dem verlängerten Osterwochenende startet der Dax mit frischem Schwung in die neue Börsenwoche. Der deutsche Leitindex stieg zur Eröffnung am Dienstag um 1,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 15.289,97 Punkten.

Mut machten Investoren die starken US-Arbeitsmarktdaten vom Karfreitag. Im März wurden den Angaben zufolge 916.000 Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft geschaffen, rund drei Mal so viel im Vormonat. Analysten hatten mit 647.000 neuen Jobs gerechnet. Der Dax habe Nachholbedarf, da die Wall Street am Montag bereits mit Kursrekorden auf diese Zahlen reagiert habe, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi.

Zu den Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählte SAP mit einem Plus von 2,9 Prozent. Einem Medienbericht zufolge gewinnt der Walldorfer Konzern die Google-Mutter Alphabet als Kunden für seine Finanz-Software. Bislang hatte Alphabet das Produkt des SAP-Rivalen Oracle genutzt. (Reuters)