Im Zuge der Ermittlungen in Zusammenhang mit der insolventen Bremer Greensill Bank hat die Staatsanwaltschaft mehrere Wohnungen in Deutschland durchsuchen lassen. Betroffen seien die Wohnungen von fünf Beschuldigten im niedersächsischen Umland und auch in München, sagte der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Die Durchsuchungsaktionen seien bereits am Dienstag erfolgt. Details nannte der Sprecher nicht.

Die Behörde ermittelt wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hatte die Bremer Greensill Bank Anfang März für den Kundenverkehr geschlossen. Am 16. März eröffnete das Amtsgericht Bremen auf Antrag der Bafin ein Insolvenzverfahren. Im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Bank bangen viele deutsche Kommunen um Millionenbeträge. Anders als bei Privatanlegern sind ihre Anlagen nicht durch den Einlagensicherungsfonds geschützt.

Der Australier Greensill hatte die auf Lieferketten-Finanzierung spezialisierte Firma Greensill Capital 2011 gegründet. Anfang März meldete das Unternehmen Insolvenz an und riss auch die in Bremen ansässige Greensill Bank mit in die Pleite. In Großbritannien hat der konservative Premierminister Boris Johnson selbst eine unabhängige Untersuchung der Lobby-Arbeit seines Parteikollegen Cameron in Auftrag gegeben. Zudem beschäftigen sich derzeit gleich mehrere Parlamentsausschüsse mit der Rolle von Lobbyisten und Verbindungen von Ministern zu privaten Unternehmen. (apa/dpa/reuters)