Die Europäische Zentralbank EZB berät am Donnerstagvormittag auf ihrer Zinssitzung über ihre Anleihenkäufe und die Finanzierungskosten im Euroraum. Volkswirte erwarten, dass die Währungshüter den Finanzmärkten versichern werden, ihre geldpolitischen Hilfen für die pandemiegeschwächte Wirtschaft weiterhin beizubehalten. Große neue geldpolitische Beschlüsse werden nicht erwartet. Im Blickpunkt dürfte diesmal das billionenschwere Anleihen-Kaufprogramm PEPP stehen.

Notenbankchefin Christine Lagarde und die anderen Ratsmitglieder hatten im März beschlossen, das PEPP-Kauftempo deutlich zu erhöhen. Damit zielen sie darauf ab, günstige Finanzierungsbedingungen für die Wirtschaft während der Pandemie sicherstellen.

Ihren Zinsbeschluss will die Notenbank um 13.45 Uhr (MESZ) bekanntgeben. Experten gehen davon aus, dass die EZB ihren Schlüsselzins zur Versorgung der Institute mit Geld bei 0,0 Prozent belassen wird und auch den Einlagesatz, der bei minus 0,5 Prozent liegt, nicht antastet. Lagarde wird sich dann um 14.30 Uhr per Videokonferenz der Presse stellen.

Experten rechnen damit, dass die Notenbankchefin vor den Journalisten dafür argumentieren wird, die Wirtschaft müsse noch bis in eine Erholungsphase hinein geldpolitisch gestützt werden. Viele Volkswirte sehen diese Zinssitzung als eine des Übergangs, auf der der Boden für die kommende Juni-Sitzung bereitet wird. Denn dann werden dem EZB-Rat neue Konjunktur- und Inflationsprognosen der Notenbank-Volkswirte vorliegen. Und es wird auch um die Frage gehen, wann die Notenbank damit beginnen kann, ihre Krisen-Anleihenkäufe langsam zurückzufahren. (apa/Reuters)