Auch im europäischen Zugverkehr können Unternehmen bei "höherer Gewalt" künftig auf Entschädigungen für Ausfälle und Verspätungen verzichten. Die Grünen im Europaparlament scheiterten am Donnerstag in Brüssel mit einem Antrag, die Regelung etwa zu extremen Witterungsbedingungen oder Kabeldiebstahl auf den letzten Metern aufzuhalten.

   Das Parlament billigte formal die bereits getroffene Einigung zu Passagierrechten mit den EU-Staaten vom Oktober. Die neuen Regelungen können nun in Kraft treten und sollen mit einer Verzögerung von zwei Jahren Anwendung finden.

   Die Regelungen sind eine Überarbeitung der Rechte Bahnreisender von 2009. Sie sollen sicherstellen, dass stets eine Weiterreise angeboten und bei Verspätungen und Ausfällen besser geholfen wird. Für Räder soll es mehr Plätze geben. Auch Barrieren sollen abgebaut werden: Wer etwa Hilfe beim Ein- und Ausstieg benötigt, soll dies nur noch 24 Stunden vorher ankündigen müssen. Bisher sind es in der EU 48 Stunden. Die Grünen hatten einen Vorlauf von lediglich einem halben Tag gefordert, an großen Bahnhöfen solle gar keine Meldung notwendig sein.

   EU-Kommissionsvize Ylva Johansson sprach am Mittwochabend im Plenum von einer Win-Win-Situation mit den neuen Regeln. Berichterstatter Boguslaw Liberadzki zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn die Erwartungen des Parlaments höher gewesen seien. (apa/dpa)