Die Preise in den USA sind im April weit stärker gestiegen als erwartet. Sie kletterten um 4,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium in Washington am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich 3,6 Prozent auf dem Zettel, nach 2,6 Prozent im März.

Auch zum Vormonat fiel der Anstieg im April mit 0,8 Prozent weit höher als erwartet aus. Ökonomen hatten nur 0,2 Prozent erwartet. Die Furcht vor einer höheren Inflation lastet seit Tagen auf den Aktienmärkten. Der deutsche Leitindex DAX drehte nach den Daten ins Minus. Der Euro gab zum Dollar nach.

Experten halten es für möglich, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten weiter erhöht bleibt. Ein Grund dafür ist ein statistischer Effekt: Vor einem Jahr lagen die Preise wegen des coronabedingten Konjunktureinbruchs niedrig. "Die zuletzt im Fokus stehenden Inflationserwartungen werden noch weiter angeheizt werden, weil auch die monatlichen Veränderungen deutlich oberhalb der Erwartungen liegen", kommentierte Helaba-Experte Ralf Umlauf. Mittel- und langfristig stelle sich die Frage, ob der kombinierte geld- und fiskalpolitische Impuls in den USA ohne nachhaltige Folgen für die Preisentwicklung bleiben wird.

Fed: Inflation zieht nur vorübergehend an

Die US-Notenbank (Fed) verfolgt die Preisentwicklung genau. Sie geht aber davon aus, dass die Inflation wegen der statistischen Effekte nur vorübergehend anziehen wird. Die Fed achtet besonders auf Preisveränderungen bei privaten Verbraucherausgaben, wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert werden. Diese Rate lag zuletzt bei 1,8 Prozent und damit unter dem Ziel der Währungshüter von 2,0 Prozent.

Die Notenbank unterstützt die von der Corona-Krise getroffene Wirtschaft mit monatlichen Geldspritzen von 120 Milliarden Dollar (etwa 99 Milliarden Euro). Sie will daran so lange festhalten, bis substanzielle Fortschritte bei der Preisstabilität und der Arbeitslosigkeit erreicht sind. (reuters)