Die Furcht vor einer langsam abebbenden Geldflut der Notenbanken treibt Europas Aktienanleger in die Flucht. Der Dax rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von 15.000 Punkten. Der deutsche Leitindex fiel am Vormittag um rund zwei Prozent auf 14.827 Punkte. Der EuroStoxx50 gab 2,2 Prozent auf 3861 Zähler nach.

"Die positiven Nachrichten wie der Fortschritt der Impfkampagne in der Europäischen Union und eine wirtschaftliche Erholung nach der Krise sind bereits eingepreist, während die Inflationssorgen zunehmen", sagte Stratege Milan Cutkovic vom Handelshaus Axi. Ein unerwartet starker Inflationsanstieg hatte in den USA die Spekulationen über eine eher frühe Straffung der Geldpolitik geschürt und die US-Indizes am Mittwoch auf Talfahrt geschickt. Investoren an den Terminmärkten sehen momentan eine Chance von 80 Prozent, dass die Fed die Zinsen im Dezember 2022 anheben könnte.

Die Anleger seien zunehmend nervös, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Alle haben Angst, ihre Buchgewinne wieder zu verlieren. Gleichzeitig ist die Angst, in den fallenden Markt hinein zu verkaufen und in der anschließenden Erholung nicht mehr dabei zu sein, aber genau so groß." (reuters)