Tesla-Chef Elon Musk sorgt am Markt für Kryptowährungen weiter für Aufsehen und reichlich Kursbewegung. Zum Wochenstart gerieten viele Digitalwerte erheblich unter Druck, nachdem Musk am Wochenende anzudeuten schien, Tesla habe einen Teil seiner Bitcoin-Bestände verkauft oder habe dies vor. Am Montagvormittag erholte sich der Markt etwas, nachdem Musk zumindest dementierte, dass Tesla bereits Verkäufe getätigt habe.

Im Tief fiel der Bitcoin-Kurs am Montag um mehr als zehn Prozent. Auf der Handelsplattform Bitstamp wurde ein Tagestief von 42.185 US-Dollar erreicht. Das ist der tiefste Stand seit Februar. Auch andere Digitalwährungen wie Ether, XRP oder Dogecoin gaben erheblich nach. Zuletzt erholten sich Bitcoin & Co wieder etwas, so dass ein Bitcoin 44.500 Dollar (36.707 Euro) kostete. Der Kurs lag aber immer noch klar in der Verlustzone.

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Auf einen Tweet eines Twitternutzers, der Bitcoin-Verkäufe durch Tesla nahelegte, antwortete Musk am späten Sonntagabend "in der Tat". Montagfrüh stellte Musk in einem weiteren Tweet jedoch klar, dass dies nicht der Fall sei. "Um Spekulationen klarzustellen, Tesla hat keine Bitcoin verkauft", twitterte der Multimilliardär.

Hintergrund der Aufregung ist, dass Musk ein großer Anhänger und Fürsprecher von Kryptowährungen ist. Sein Unternehmen, der Elektroautobauer Tesla, hatte im Februar bekanntgegeben, 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert zu haben. Außerdem begann das Unternehmen damit, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Diesen Schritt hatte Musk vergangene Woche mit Verweis auf die schlechte Umweltbilanz von Bitcoin rückgängig gemacht. Die älteste und bekannteste Digitalwährung hatte daraufhin deutlich an Wert verloren.

Musk seit Sonntagabend in Deutschland

Unterdessen ist Musk wieder in Deutschland. Nach Informationen des Berliner "Tagesspiegel" landete er am späten Sonntagabend auf dem Flughafen BER in Schönfeld. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) schrieb auf Twitter, dass er vom US-Elektroautobauer über den Besuch von Musk auf der Tesla-Baustelle in Grünheide (Oder-Spree) am vergangenen Freitag informiert worden sei. Der Zweck dieses Besuchs sei hauptsächlich "technischer Natur", politische Treffen etwa mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) oder ihm seien nicht geplant, so Steinbach.

Tesla baut in Grünheide bei Berlin seine erste E-Autofabrik in Europa. Ursprünglich wollte der Autobauer im Juli mit der Herstellung von E-Autos beginnen. Nun droht ein späterer Start, da der Antrag zur Genehmigung des Vorhabens laut Landesumweltamt erneut öffentlich ausgelegt werden muss. Tesla will auch die Errichtung und den Betrieb einer Batteriefabrik in den bisherigen Antrag einbeziehen. Das Land Brandenburg hat die Autofabrik umweltrechtlich noch nicht genehmigt. Tesla baut dort auf eigenes Risiko über mehrere vorzeitige Genehmigungen. Umweltverbände und Anrainer befürchten mit der Autofabrik negative Folgen für Wasser und Tiere.

Zuletzt hatte sich der Starunternehmer Anfang Dezember des vergangenen Jahres in Deutschland aufgehalten. In Berlin bekam Musk den "Axel Springer Award" verliehen. Mit der Fertigstellung der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin werde er mehr Zeit in Deutschland verbringen, hatte er auf der Veranstaltung angekündigt. Die US-Firma will in dem Werk vom kommenden Sommer an bis zu 500.000 Elektroautos pro Jahr bauen. (dpa/dpa-AFX)