Kryptowährungen haben sich einen Tag nach ihrem heftigen Kurssturz erholt. Bitcoin verteuerte sich am Donnerstag auf der Handelsplattform Bitstamp um elf Prozent auf 40.800 Dollar. Der Kurs für Ethereum kletterte um dreizehn Prozent auf 2761 Dollar. "Angesichts einer extrem überverkauften Marktlage und vermeintlich attraktiven Preisniveaus wagen sich nun erste mutige Investoren an den Markt zurück", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Am Mittwoch war Bitcoin gut 30 Prozent auf ein Vier-Monats-Tief von 30.000 Dollar eingebrochen. Die zweitwichtigste Cyber-Devise Ethereum hatte knapp die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Auslöser des Ausverkaufs waren verschärfte Beschränkungen für Kryptowährungsgeschäfte in China. Da der Markt weltweit noch kaum reguliert ist, fürchten Investoren nun, dass weitere Länder nachziehen könnten. Binnen 24 Stunden seien Kryptowährungspositionen in Höhe von 9,13 Milliarden Dollar an den Börsen liquidiert worden, sagte Chris Weston, Research-Leiter beim Brokerhaus Pepperstone in Melbourne.

Eine echte Erholungsrally dürfte Strategen zufolge noch eine Weile auf sich warten lassen. "Das Vertrauen der Investoren ist beschädigt", fasste Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus Axi zusammen. Vor allem die Spekulanten, die sich beim jüngsten Ausverkauf die Finger verbrannt haben dürften, trauten sich noch nicht wieder an den Markt zurück.

Bitcoin könnte durchaus noch etwas weiter fallen, dürfte sich aber um 30.000 Dollar stabilisieren, sagte Justin d'Anethan, Leiter des Börsenverkaufs bei Diginex, einem in Singapur ansässigen Markt für digitale Vermögenswerte.

Musk spielt Katz' und Maus

Für Gesprächsstoff sorgte erneut Tesla-Chef Elon Musk, der mit seinen Äußerungen zu Bitcoin & Co in den vergangenen Wochen bereits größere Auf- und Abwärtsbewegungen ausgelöst hatte. Er twitterte sogenannte "Diamond Hands" - ein Symbol, dass bei Anlegern auf der Internetplattform Reddit häufig verwendet wird und die Absicht signalisiert, an einem Vermögenswert festzuhalten und nicht zu verkaufen. Die Investoren interpretierten das scheinbar als Zeichen, dass Musk "bis zum bitteren Ende" an Kryptowährungen festhalten werde, sagte Analyst Emden. Das dürfte die Gemengelage zwischenzeitlich beruhigt haben. "Das Katz- und Mausspiel Elon Musks hinterlässt jedoch weiterhin einen faden Beigeschmack."

Tesla hat nach eigenen Angaben Milliarden Dollar in die älteste und wichtigste Cyber-Devise investiert und damit die Bitcoin-Rally in den vergangenen Monaten mitbefeuert. Zwischenzeitlich akzeptierte der Elektroauto-Bauer die Digitalwährung sogar als Zahlungsmittel. Vor einer Woche machte Musk dies allerdings rückgängig und hatte damit eine Bitcoin-Talfahrt eingeläutet. Zuerst müsse der hohe Stromverbrauch beim Schürfen der Währung mit nachhaltiger Energie gedeckt werden, hatte der Tesla-Chef als Begründung angegeben. (reuters)