Trotz des Preisanstiegs in der Euro-Zone sieht EZB-Chefvolkswirt Philip Lane keine erhöhte Inflationsgefahr heraufziehen. Er gebe nicht viel auf den "Diskurs eines neuen Inflationsumfelds", sagte der Ire am Donnerstag bei einer Online-Konferenz. Bei dem durch Lieferengpässe ausgelösten jüngsten Preisschub handele es sich nicht um richtige Inflation. Der auf Preisstabilität ausgerichteten Europäischen Zentralbank stehe "noch eine Menge Arbeit" ins Haus.

Die EZB hält eine Inflation von knapp zwei Prozent für ideal, verfehlt dieses Ziel aber seit Jahren. Die Inflation in der Euro-Zone war im April vor allem wegen teurerer Energie auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen: Die Teuerungsrate erreichte 1,6 Prozent nach 1,3 Prozent im März.

Die anziehende Inflation und der sich abzeichnende Aufschwung im Euro-Raum stellen die EZB vor die wichtige Frage, ob und wenn ja wie stark sie ihre Notfall-Anleihenkäufe in den kommenden Monaten verringern soll. Die auf 1,85 Billionen Euro angelegten Käufe zur Stützung der Konjunktur sollen nach den derzeitigen Planungen noch bis Ende März 2022 fortgesetzt werden. (reuters)