Die einflussreiche US-Notenbankdirektorin Lael Brainard sieht den jüngsten Preisschub in den Vereinigten Staaten gelassen. Die US-Wirtschaft erlebe "eine ziemlich beispiellose" Erholungsphase, sagte sie am Montag auf einer Online-Veranstaltung. Zwar würden einige Preise in den nächsten Monaten weiter steigen. Doch hänge dies mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft nach der Corona-Krise und Lieferengpässen zusammen. Mit der Zeit werde der Preisauftrieb aber wieder nachlassen.

Ein überraschend großer Preisschub in den USA löste jüngst Befürchtungen aus, dass die Inflation aus dem Ruder laufen könnte. Die Verbraucherpreise kletterten im April um 4,2 Prozent zum Vorjahresmonat - nach einem Plus von 2,6 Prozent im März. Experten erwarten, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten weiter erhöht bleibt. Ein Grund dafür ist ein statistischer Effekt: Vor einem Jahr lagen die Preise wegen des Corona-bedingten Konjunktureinbruchs niedrig.

Die US-Notenbank unterstützt die von der Corona-Krise getroffene Wirtschaft mit monatlichen Geldspritzen von 120 Milliarden Dollar. Sie will daran so lange festhalten, bis substanzielle Fortschritte bei der Preisstabilität und der Arbeitslosigkeit erreicht sind. Die anziehende Inflation sieht sie als vorübergehendes Phänomen, das derzeit keinen Kurswechsel in der Geldpolitik nötig mache. (apa/Reuters)