Die europäischen Leitbörsen werden am Mittwoch mit Zuwächsen indiziert. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 wird 0,3 Prozent fester erwartet. Der DAX dürfte auf seinen Vortagesrekord zusteuern. Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax für den deutschen Leitindex ein Plus von 0,41 Prozent auf 15.528 Punkte.

Von der tonangebenden Wall Street kommt nach ruhigem Handel kaum Rückenwind. Die Anleger in Japan und China störte dies am Morgen jedoch nicht und es gab überwiegend moderate Gewinne.

Tags zuvor hatte sich der DAX zunächst schwungvoll aus dem Pfingstwochenende zurückgemeldet und schnell einen Höchststand von 15.568 Punkten erreicht. Es fehlten dann jedoch die Anschlusskäufe und letztlich schmolzen die Kursgewinne sogar großteils zusammen.

Nun nehmen die Optimisten unter den Anlegern noch einmal einen Anlauf, um einen Fehlausbruch an der Hürde von 15.500 Punkte zu vermeiden. Bereits zweimal, Mitte April und in der Vorwoche, war der Dax hier nicht weitergekommen.

Aufmerksamkeit auf Immobilienkonzernen

Nach der Verkündigung ihres geplanten Zusammenschlusses stehen die Aktien der beiden größten deutschen Immobilienkonzerne, Vonovia und Deutsche Wohnen, weiter im Blick. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat nun die Bonitätsnote von Vonovia bestätigt.

Am Dienstag waren die Papiere von Vonovia um mehr als 6 Prozent abgesackt, während die Anteilsscheine von Deutsche Wohnen um fast 16 Prozent in die Höhe geschnellt waren. Während die Vonovia-Aktionäre mit den finanziellen Details des Deals zu haderten, schienen die Anteilseigner von Deutsche Wohnen im Allgemeinen mit dem Übernahmeangebot von Vonovia zufrieden zu sein, schrieb Analyst Sander Bunck von der britischen Investmentbank Barclays.

Analyst Thomas Rothäusler von der Investmentbank Jefferies ergänzte, durch diesen Deal erhofften sich beide Seiten nachlassenden politischen Gegenwind in Berlin. Es stehe aber in Frage, ob dies vor der Bundestagswahl ausreiche. Bei Vonovia gingen die Pläne mit einer anfänglichen Verwässerung des Nettosubstanzwertes je Aktie einher.

An diesem Mittwoch notierten die Papiere von Vonovia auf der Handelsplattform Tradegate gut ein Prozent über dem Xetra-Schluss vom Dienstag, während die Anteilsscheine von Deutsche Wohnen etwas nachgaben.

Die Wiener Börse dürfte den Handel am Mittwoch mit höheren Notierungen aufnehmen. Eine Indikation auf den heimischen Leitindex ATX signalisierte rund dreißig Minuten vor Sitzungsbeginn ein Plus von 0,34 Prozent. Am Dienstag schloss die Wiener Börse knapp behauptet, nachdem sie ihre anfänglichen Gewinne wieder abgegeben hatte. Der ATX verlor moderate 0,02 Prozent auf 3.442,64 Punkte. Ein Nachlassen der jüngsten Zinsängste und ein überraschend gut ausgefallener ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland hatte im Verlauf zeitweise für gute Börsenstimmung gesorgt, dann fehlten aber Händlern zufolge die Anschlusskäufe. Stark gesucht waren am Dienstag die Aktien der Post AG und fanden sich mit einem Plus von 3,45 Prozent an der Spitze im prime market.

Aus Asien kommen moderat positive Impulse, wenig Rückenwind gibt es dagegen aus den USA.

Dort hatten sich zuletzt zwar führende Notenbanker beruhigend zu den Inflationssorgen geäußert, Daten vom Immobilienmarkt untermauerten jedoch das Bild der steigenden Preise weiter und die Wall Street schloss im Minus. In Europa scheint sich laut den Experten der Helaba die wirtschaftliche Erholungsperspektive zu verbreitern, nachdem der ifo-Geschäftsklimaindex im laufenden Monat nochmals zugelegt hat. Dies sei ein gutes Omen für den heute anstehenden INSEE-Index in Frankreich, hieß es weiter. (apa)