Die Lufthansa betrachtet die akute Corona-Krise als beendet und will durch einen gründlichen Umbau gestärkt aus ihr hervorgehen. Seit April habe sich die Lage in der Luftfahrt deutlich verbessert durch sinkende Covid-Infektionszahlen, den Fortschritt beim Impfen und die Einführung des digitalen Impfpasses in der EU, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Dienstag. "Wir sind nicht zurück auf normal, doch es ist jetzt Zeit, zuversichtlich nach vorne zu schauen", sagte er. Seine wichtigste Botschaft mit Blick auf die angekündigten Pläne zu einer Kapitalerhöhung sowie neuen Spar- und Renditezielen sei: "Wir schalten um vom Krisenmodus in den Transformationsmodus." Die Corona-Krise habe den Wandel beschleunigt, sodass die Lufthansa "stärker, effizienter, profitabler, kundenorientierter und nachhaltiger" werde. Die Kapitalerhöhung sei dabei ein wichtiger Schritt zum Ausstieg aus den staatlichen Finanzhilfen.

Die Lufthansa war durch die Corona-Krise in Existenznot geraten und musste mit einem Finanzrahmen von neun Milliarden Euro von Deutschland und ihren anderen "Sitzländern" Österreich und Schweiz gestützt werden. Das Unternehmen hatte am Montagabend eine Kapitalerhöhung angekündigt. Zeitpunkt und Volumen sind noch offen. Mit dem Geld sollen die Finanzhilfe des deutschen Staates in Form einer stillen Einlage zurückgezahlt werden. Reuters hatte vorher von Insidern erfahren, dass die Lufthansa ein Volumen von drei Milliarden Euro anpeilt.

Der MDax-Konzern will außerdem durch den Verkauf des internationalen Cateringgeschäfts LSG sowie der Finanzservicetochter Airplus Geld hereinholen. Diese seien erst nächstes Jahr zu erwarten, sagte Finanzchef Remco Steenbergen. Geprüft werde weiterhin, einen Minderheitenanteil an der Wartungstochter Lufthansa Technik zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. (reuters)