Die Art, wie wir Auto fahren, soll sich in naher - oder vielleicht doch eher ferner - Zukunft ändern. Das sagen die Prognosen vieler Verkehrsforscher und auch der Fahrzeughersteller. E-Autos sollen Verbrenner ablösen, und irgendwann könnte auch der Lenker etwas anderes tun, als sich auf den Verkehr zu konzentrieren: Autonomes fahren heißt das Zauberwort.

Während Audi-Chef Markus Duesmann laut einem "Spiegel"-Bericht davon ausgeht, dass E-Autos in zwei bis drei Jahren genauso profitabel sein werden wie Benziner und deshalb die Stückzahlen weiter steigen sollen, hat der VW-Markenchef Ralf Branstätter nun Zahlen zu den Kosten für selbstfahrende Autos  vorgelegt. Er kommt dabei auf etwa 7 Euro pro Stunde.

Die Aufwendungen für die Hardware der Roboterfunktionen in den Autos der Zukunft belaufen sich laut VW  derzeit noch auf etwa 7.000 bis 9.000 Euro pro Fahrzeug, wie Brandstätter im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" vorgerechnet hat. Er erwartet jedoch, dass sich diese Kosten bis zum Ende des Jahrzehnts um 30 Prozent senken ließen.

Der Preis soll dabei aber nicht sofort auf die Kunden umgeschlagen werden, so die Idee bei der Kernmarke des Volkswagen-Konzerns, vielmehr sollen sich viele der Funktionen gegen Gebühr buchen lassen. Für eine Stunde Pilotieren durch die Computer eines VW-Autos dürften somit "ungefähr 7 Euro" fällig werden, so Brandstätter.

Dies würde auch eine radikale Änderung der Geschäftsidee des Fahrzeugherstellers bedeuten. Es sei anzunehmen, "dass sich die Erträge in der Industrie ab 2030 auf ein Drittel Verbrennerfahrzeuge, ein Drittel Elektrofahrzeuge und ein Drittel neue softwarebasierte Geschäftsmodelle verteilen".

Neuer Posten: Chief Experience Officer (CXO)

VW ändert deshalb nicht nur die Art der Fahrzeugentwicklung, sondern schafft dafür auch neue Managementstrukturen. Denn in Zukunft sollen die VW-Autos um den Kunden und seine Bedürfnisse und Wünsche herum konzipiert werden. "Bei Volkswagen wird diesen Prozess künftig ein CXO, ein Chief Experience Officer, steuern", erklärt Brandstätter. Dieser neue Posten, der Vertrieb und Entwicklung verbinde, sei eine Antwort auf die Entwicklung hin zum computergesteuerten Fahren, das in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts möglich sein werde.

"Zukünftig können wir alle Fahrzeuge mit Software und Hardware ausrüsten, die es zum autonomen Fahren der Stufe vier benötigt", sagt Brandstätter. Das bedeute, dass der Computer etwa auf Autobahnen komplett eigenständig navigiere und der Mensch nur noch in seltenen Ausnahmesituationen eingreifen müsse. VW-Kunden könnten ihre Fahrzeit stattdessen für E-Mails, einen Imbiss oder zum Filmschauen nutzen, dadurch würden ganz andere Anforderungen an den Innenraum und seine Bedienbarkeit gestellt. (apa/reuters)