Ein Streit unter den acht Eigentümern des Bielefelder Oetker-Konzerns wird nun durch eine Aufspaltung beendet. Um den Fortbestand zu sichern, werden die verschiedenen Marken unter den Familienmitgliedern aufgeteilt. Dabei übernehmen drei Oetker-Erben über eine neue Holdinggesellschaft das Geschäft mit Sekt  (Henkell) und Wein (Freixenet und Belvini.de), das zuletzt auf einen Jahresumsatz von knapp einer Milliarde Euro kam, sowie die Martin Braun Backmittel und die Chemische Fabrik Budenheim KG.

Das traditionelle Pizza- und Nahrungsmittelgeschäft, die Konditorei Coppenrath&Wiese sowie die Radeberger Gruppe mit dem jüngst übernommenen Getränkelieferdienst Flaschenpost hingegen bleiben wie einige andere Firmen des Konzerns bei den übrigen Gesellschafterstämmen. "Mit dieser Entscheidung überwinden die Gesellschaftergruppen ihre unterschiedlichen Vorstellungen zur Führung und Strategie der Oetker-Gruppe", wird die Teilung begründet.

Eine entsprechende Trennungsvereinbarung sei bereits von allen acht Eigentümern unterzeichnet worden, heißt es. Die Unternehmen der Gruppe hätren damit "eine unbelastete Perspektive für profitables Wachstum in ihren jeweiligen Märkten". Die Aufsplitterung soll keine Auswirkungen auf die rund 36.000 Mitarbeiter der einzelnen Unternehmen der Oetker-Gruppe haben, die im Geschäftsjahr 2020 einen Gesamtumsatz von  rund 7,33 Milliarden Euro erwirtschaftet hat. Die Gruppe trennt sich gerade von ihrem Kreditinstitut, dem Bankhaus Lampe. An diesen Plänen werde unverändert festgehalten, sagt ein Insider.

Die acht Kinder des 2007 verstorbenen Rudolf August Oetker hatten Anteile am Konzern gehalten, in der Vergangenheit hatte es aber immer wieder Berichte über Streitigkeiten um den künftigen Kurs des Konzerns gegeben. Die drei jüngeren Geschwister Alfred Oetker, Carl Ferdinand Oetker und Julia Johanna Oetker können nun mit ihren Holding einen eigenen Kurs steuern, die Trennungsvereinbarung soll noch in diesem Jahr vollzogen werden. (reuters)